Commerzbank schraubt nach Rekordergebnis Ziele für 2026 hoch
Frankfurt, 11. Feb (Reuters) - Die Commerzbank hat nach einem operativen Rekordergebnis im vergangenen Jahr ihre Gewinnprognose für 2026 angehoben. Für dieses Jahr erwartet das von der italienischen UniCredit umworbene Institut nun ein Nettoergebnis über dem ursprünglichen Ziel von 3,2 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Jahr stieg das operative Ergebnis um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie die Commerzbank am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit 4,46 Milliarden gerechnet. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von 2,6 Milliarden Euro. "Wir haben unsere ehrgeizigen Wachstumsziele für 2025 nicht nur erreicht, sondern an vielen Stellen sogar übertroffen. Und unser Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt. Das zeigt: Die Commerzbank spielt heute in einer anderen Liga", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Getrieben wurde das Ergebnis 2025 von um zehn Prozent auf 12,2 Milliarden Euro gestiegenen Erträgen. Dazu trug maßgeblich der Provisionsüberschuss bei, der um sieben Prozent auf vier Milliarden Euro zulegte. Der Zinsüberschuss hielt sich mit 8,2 Milliarden Euro trotz gesunkener Leitzinsen nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die Aufwands-Ertrags-Quote, ein zentraler Maßstab für die Rentabilität, verbesserte sich um zwei Prozentpunkte auf die angepeilten 57 Prozent. Für das laufende Jahr 2026 rechnet die Bank nun mit einem Zinsüberschuss von rund 8,5 Milliarden Euro statt 8,4 Milliarden und will die Aufwands-Ertrags-Quote auf rund 54 Prozent drücken. Das ursprüngliche Ziel hatte bei 56 Prozent gelegen.
UniCredit hält inzwischen gut 26 Prozent der Commerzbank-Aktien und hat sich den Zugriff auf weitere drei Prozent gesichert. Das Management der Frankfurter Bank lehnt eine Übernahme durch die Italiener jedoch unverändert ab und setzt auf die Eigenständigkeit des Bankhauses. Vorstandschefin Orlopp hilft dabei der gestiegene Aktienkurs, der UniCredit-Chef Andrea Orcel vor einem Übernahmeangebot zurückschrecken lässt. Erst am Dienstag hatte die Commerzbank einen weiteren Aktienrückkauf angekündigt. Von Donnerstag an will das Institut bis zum 26. März eigene Aktien im Wert von 540 Millionen Euro erwerben. Die Aktionäre sollen für 2025 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhalten, nach 0,65 Euro im Vorjahr.
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



