Russland sieht sich in Venezuela von USA diskriminiert

Reuters · Uhr
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Moskau, 11. ⁠Feb (Reuters) - Die russische Regierung hat neue US-Beschränkungen für Ölgeschäfte in Venezuela scharf kritisiert.

"Dies ist eine eklatante Diskriminierung, obwohl Russland, China und der Iran Investitionen im Öl- und Energiesektor Venezuelas getätigt haben", sagte Außenminister Sergej Lawrow am ‌Mittwoch im Parlament in Moskau. Der Kreml kündigte an, die Angelegenheit mit der Regierung in Washington klären zu wollen.

Das US-Finanzministerium hatte am ⁠Dienstag eine ⁠allgemeine Lizenz erteilt, die die Exploration und Förderung von Öl und Gas in Venezuela erleichtern soll. Die Genehmigung schließt jedoch Transaktionen mit russischen, chinesischen und iranischen Staatsangehörigen oder Unternehmen aus. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland habe langfristige Projekte in Venezuela. "Daher ist all dies ‌ein Grund, die Situation mit den Amerikanern ‌zu besprechen."

US-Präsident Donald Trump hat offen davon gesprochen, die weltgrößten Ölreserven Venezuelas gemeinsam mit US-Ölkonzernen kontrollieren zu wollen. Im Januar hatten US-Streitkräfte in einer ⁠Blitzaktion Staatschef Nicolas Maduro in seiner Heimat festgenommen und in die USA ‌ausgeflogen. Dort muss er sich in ⁠einem Drogenverfahren verantworten. Maduro hat auf nicht schuldig plädiert.

Russland unterhält seit Langem enge politische, militärische und wirtschaftliche Beziehungen zu Venezuela. Das staatliche russische Energieunternehmen Roszarubezhneft ist in dem südamerikanischen Land ‌tätig. Es wurde 2020 gegründet. ⁠Kurz darauf übernahm es die venezolanischen ⁠Beteiligungen des staatlichen Ölkonzerns Rosneft, nachdem die Regierung in Washington Sanktionen gegen zwei Rosneft-Töchter wegen des Handels mit venezolanischem Öl verhängt hatte.

Einer der größten Kunden und Investoren des venezolanischen Ölsektors ist auch China. Ein Großteil des von Venezuela exportierten Öls wird dorthin verkauft, wobei die Importe oft umdeklariert und von Peking nur zu einem geringen Teil offiziell ausgewiesen werden.

(Bericht von Dmitry Antonov, geschrieben von ⁠Christian Rüttger, redigiert von Sabine Ehrhardt.; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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