Trading-Chance Gold & Silber: Ausnahmesituation
Der mit Abstand heißeste Sektor im Bereich der Rohstoffe sind zweifelsohne die Edelmetalle. Erst hatten wir einen unglaublich hartnäckigen und stabilen Trend von Gold, der auch Silber mitzog und schließlich auch Palladium und Platin von den Toten erweckte. Und dann hatten wir enorme Volatilitäts-Schübe und eine beispiellose Runde von Margin-Erhöhungen. Die Auswirkungen auf die beiden Märkte, deren Charakter und die kurzfristigen Chancen zeigen wir in unserem heutigen Artikel auf.

Gold und Silber im Vergleich
Gold und Silber werden oft im selben Atemzug als „sichere Häfen“ genannt, folgen jedoch fundamental unterschiedlichen Logiken, die sie für Investoren in verschiedenen Marktphasen attraktiv machen. Während Gold primär als monetäres Metall und Wertaufbewahrungsmittel fungiert, ist Silber ein hybrid-strategisches Metall, dessen Preisbildung zu über 50 % von der globalen Industrie abhängt.
Gold: Der ultimative Schutz gegen Systemrisiken
Gold wird fundamental durch die Psychologie des Werterhalts getrieben. Da es chemisch nahezu unverwüstlich ist und fast das gesamte jemals geförderte Gold noch existiert, ist das Angebot extrem stabil. Sein Preis reagiert hochsensibel auf die Realzinsen: Sinkt die Rendite von Staatsanleihen unter die Inflationsrate, schichtet Kapital in Gold um, da die Opportunitätskosten (der Verzicht auf Zinsen) entfallen. In Krisenzeiten fungiert Gold als „Angstwährung“, die völlig unabhängig von der Zahlungsfähigkeit von Regierungen oder Banken existiert.
Silber: Der Technologietreiber
Im Gegensatz zu Gold wird Silber in der Industrie „verbraucht“ und oft nicht recycelt, da die Mengen pro Bauteil (z. B. in Handys oder Leiterplatten) zu gering sind. Fundamental ist Silber heute untrennbar mit der Energiewende verbunden. Es besitzt die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle, was es für die Photovoltaik und die Elektromobilität unersetzlich macht. Ein Anstieg des Silberpreises ist daher oft ein Zeichen für industriellen Optimismus und wirtschaftliches Wachstum, während Gold eher bei Rezessionsängsten glänzt.
Die Volatilität und das Gold-Silber-Ratio
Ein zentrales Merkmal in der Gegenüberstellung ist die Volatilität. Der Silbermarkt ist wesentlich kleiner und liquider als der Goldmarkt, was dazu führt, dass Silber bei Aufwärtsbewegungen des Edelmetallsektors wie ein „Goldpreis auf Steroiden“ reagiert – es steigt meist prozentual stärker, bricht bei Korrekturen aber auch heftiger ein. Investoren beobachten hierbei das Gold-Silber-Ratio, das angibt, wie viele Unzen Silber man für eine Unze Gold kaufen kann. Historisch gesehen deutet ein hohes Ratio (z. B. über 80) auf eine Unterbewertung von Silber hin.
Margin-Erhöhungen in gigantischem Ausmaß
Die enorme Dynamik und die damit einher gehende hohe Volatilität zwang die CME dazu, die Margins für Gold, Silber & Co. binnen kürzester Zeit in mehreren Schritten massiv anzuheben. Stand beispielsweise die Margin für einen Gold-Future im Dezember noch bei 10.000 Dollar, so ging sie schrittweise zunächst auf 15.000 Dollar, dann auf 25.000 US-Dollar, auf 35.000 und schließlich auf aktuell 46.654 Dollar. Bei Silber ist die Margin sogar bei 76.000 Dollar. Mit der Margin hat die Börse (in dem Fall die CME) ein starkes Steuerungsinstrument.
Margin-Erhöhungen bei Edelmetallen wirken wie ein Bremsklotz oder ein Beschleuniger in die Gegenrichtung, da sie die Kapitalkosten für gehebelte Positionen schlagartig in die Höhe treiben. Um die Auswirkungen zu verstehen, muss man sich den Terminmarkt (Futures) ansehen, auf dem Gold und Silber meist nicht physisch, sondern auf Margin-Basis gehandelt werden.
Der Mechanismus: Von der Erhöhung zum Verkaufsdruck
Eine Margin ist eine Sicherheitsleistung, die ein Händler hinterlegen muss, um einen Kontrakt zu halten. Wenn die Terminbörsen (wie die COMEX) die Margin-Anforderungen erhöhen – oft als Reaktion auf zu hohe Volatilität oder um Spekulationsblasen zu dämpfen –, müssen Anleger für die gleiche Menge Gold oder Silber plötzlich deutlich mehr Eigenkapital hinterlegen.
Dies führt zu einer unmittelbaren Kettenreaktion:
1. Liquiditätsengpass: Händler, die nicht über ausreichend Barreserven verfügen, um die neue, höhere Margin zu decken, sind gezwungen, Teile ihrer Positionen sofort zu liquidieren.
2. Erzwungene Verkäufe: Da diese Verkäufe nicht aufgrund einer veränderten fundamentalen Einschätzung (wie Inflation oder Zinsen), sondern aus reinem Kapitalmangel geschehen, entsteht ein künstlicher Verkaufsdruck.
3. Abwärtsspirale: Wenn viele Marktteilnehmer gleichzeitig verkaufen müssen, sinkt der Preis. Dieser Preisrückgang kann wiederum weitere Margin-Calls auslösen, was zu einer schnellen Korrektur führt, wie wir sie oft nach massiven Rallyes sehen.
Unterschiede zwischen Gold und Silber
Die Auswirkungen sind bei Silber oft deutlich drastischer als bei Gold. Da der Silbermarkt wesentlich kleiner und volatiler ist, nutzen Spekulanten hier häufig höhere Hebel. Eine Margin-Erhöhung trifft Silber-Investoren daher oft unvorbereitet und heftiger, was in der Geschichte (bekanntestes Beispiel ist der Zusammenbruch der Hunt-Brüder oder die Silber-Korrektur 2011) regelmäßig zu zweistelligen Kurseinbrüchen innerhalb weniger Tage geführt hat.
Die psychologische Komponente
Fundamental ändern Margin-Erhöhungen nichts am Wert des Metalls, aber sie verändern die Marktstruktur. Sie vertreiben die "schwachen Hände" (kurzfristige Spekulanten mit wenig Kapital) aus dem Markt und lassen die "starken Hände" (langfristige Investoren mit hoher Liquidität) zurück. Oft markiert eine solche Phase den Übergang von einer überhitzten Spekulationsphase in eine gesündere Konsolidierung.
Zusammenfassend: Margin-Erhöhungen entziehen dem Markt künstlich Liquidität und erzwingen Verkäufe, was kurzfristig zu scharfen Preisrückgängen führt, ohne die langfristigen Fundamentaldaten von Gold und Silber zu berühren.
Options Open Interest Profile für Gold
Der Optionsmarkt ist längst viel größer, als der US-Aktienmarkt. Entsprechend schenken wir als Trader ihm Beachtung, denn die Spekulationen dort strahlen auf den Aktienmarkt über. Das Gros der Aktionen am Optionsmarkt sind sogenannte Stillhaltergeschäfte. Dabei wettet der Stillhalter GEGEN eine Marke, indem er eine Option mit der Basis gegen die er wetten möchte, verkauft. Geht seine Spekulation auf, und die Option läuft bis zum Expiration-Date nicht ins Geld, verfällt die Option wertlos. In dem Fall streicht der Stillhalter die Optionsprämie ein. Am 24.2. ist der nächste Abrechnungstermin für Gold-Optionen. Und wir haben eine absolut spannende Ausgangssituation. An den blauen Balken sehen wir, dass die Stillhalter besonders viele Calls mit einer Basis von 5000 und 5200 verkauft haben. Auch die Preislevels bei 4900 (dritthöchstes Call Open Interest) und 5100 stellen kurzfristig Widerstände dar. Die Verkäufer der Calls sind bestrebt, dass der Preis zum Abrechnungstermin UNTER der Basis ihrer verkauften Call-Positionen notiert. Um nachzuhelfen verkaufen die Akteure bei Bedarf nahe des Expiration-Date Futures, um den Preis zu drücken.
Die Verkäufer der Put-Optionen (Orange) wetten in besonderem Maß gegen die 4500er und die 4700er-Marke. Die kurzfristigen Interessen der Händler auf beiden Seiten machen 4500 und 4700 Dollar zu harten Supports und die Zone von 5000 bis 5200 zu einem Widerstandsbereich. Der beste Abrechnungspreis für alle Spekulanten läge bei 4850 Dollar. Damit wäre sowohl den Put-, wie auch den Call-Verkäufern gedient und sie würden Geld verdienen. Unsere Strategie ist in den kommenden 10 Tagen, bei Anlauf an die genannten Marken antizyklisch zu agieren, mit Zielregion 4850-4900 Dollar.

Options Open Interest Profile für Silber
Bei Silber ist, dem gleichen Prinzip folgend, der optimale Abrechnungspreis bei etwa 72,5 bis 73 Dollar gelegen. Etabliert sich Silber jenseits von 75 Dollar, dann wird es ein umso größerer Kraftakt für die Stillhalter, den Preis in die gewünschte Zone zu drücken.

Fazit
Bei Gold und Silber eröffnen sich entsprechend gute Chancen für die Zeit bis zum 24. Februar. Wir stellen Ihnen nachfolgend gerne ein geeignetes Produkt vor, mit dem Sie an einer potenziell erwarteten Entwicklung partizipieren können. Für den Fall, dass der Goldpreis massiv sinkt und die Support-Zone von 4500-4700 Dollar anläuft, wäre UN4302 eine gute Alternative.
Open end Turbo Bear Optionsschein auf Gold
Für die heutige Trading-Gelegenheit haben wir für Sie einen Open end Turbo Bear Optionsschein des Emittenten UniCredit ausgewählt. Das Produkt hat Knockout und Basispreis gleichauf bei 5504,419 USD. Bei einem aktuellen Preis von 5063 US-Dollar ergibt sich somit ein Hebel von derzeit 10,58. Zur Absicherung der Position erscheint ein Stop-Loss bei zirka 0,20 Euro im Produkt sinnvoll. Auch hier haben wir das Produkt so ausgewählt, dass dessen K.O. unweit des benötigten Stop-Losses gelegen ist. So haben wir die maximal mögliche Hebelwirkung und eine so geringe Kapitalbindung wie möglich. Die WKN lautet UN4144.
Wichtige Chartmarken
Widerstände: 5100, 5200 und 5410 USD
Unterstützungen: 4500 und 4700 USD
Open end Turbo Bear Optionsschein auf Gold
Die bisherigen Trades der „Trading-Chance“ für Sie in einer Watchlist:
Sie können mit einem Klick auf alle bisherigen Trading-Chancen zugreifen und sich ansehen, wie die dort vorgestellten Zertifikate und Optionsscheine gelaufen sind. Klicken Sie einfach auf den folgenden Button, das ist der Link zu unserer Trading-Chance Watchlist. Wenn Sie die zu den Produkten gehörigen Artikel lesen möchten, klicken Sie bitte einfach auf das „Sprechblasen“-Icon direkt rechts neben der Produktbezeichnung.
Denken Sie dabei aber daran, dass hier Gewinnmitnahmen, nachgezogene Stop Loss, mit Gewinn ausgelaufene Inline-Optionsscheine und ausgestoppte Positionen nicht eigens gekennzeichnet sind, hier finden Sie die Performance der Derivate ohne diese „Feinsteuerung“ seit dem Tag der Vorstellung.
* Disclaimer: Die Trading-Chance ist ein Service der onvista media GmbH in Kooperation mit dem Dienstleister RealMoneyTrader. Für die Produktauswahl und den Inhalt des Artikels ist allein der genannte Dienstleister verantwortlich. Der Dienstleister versichert, dass Analysen unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit abgefasst werden. Wir weisen Sie darauf hin, dass die onvista media GmbH aktuell oder in den letzten zwölf Monaten eine entgeltliche Werbungskooperation mit angezeigten Emittenten von Zertifikaten eingegangen ist. Weiterhin empfehlen wir Interessenten vor einem möglichen Investment in die in diesem Artikel genannten Finanzinstrumente den jeweils relevanten und rechtlich ausschließlich maßgeblichen Wertpapierprospekt (Basisprospekt, die dazugehörigen Endgültigen Bedingungen sowie etwaige Nachträge dazu) auf der Seite des jeweiligen Emittenten oder Ihrer depotführenden Stelle oder Handelspartner zu lesen, um sich möglichst umfassend zu informieren. Insbesondere gilt dies für die Risiken eines möglichen Investments in die genannten Wertpapiere. Die Darstellung und der Service sind eine Werbemitteilung und erfüllen nicht die Voraussetzungen an einen unabhängigen Research bzw. eine Anlageempfehlung.


