
Relativ richtungslos hat sich der Dax am Rosenmontag präsentiert. Mangels Impulsen von den Überseemärkten aufgrund eines Feiertags in den USA und einiger geschlossener Börsen in Asien - etwa in China wegen des Neujahrsfestes - war der Handel recht dünn. Von konjunktureller Seite kommen erst im weiteren Wochenverlauf wieder wichtigere Signale aus den USA und aus Europa.
Der deutsche Leitindex tat sich erneut an der Marke von 25.000 Punkten schwer, pendelte um seinen Schlusskurs vom Freitag und verlor am Ende 0,5 Prozent auf 24.800 Punkte. Hauptgrund dafür war ein massiver Verlust des Index-Schwergewichts Siemens aufgrund von Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI).
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten schloss am Montag hingegen 0,2 Prozent im Plus bei 31.364 Zählern. Auch der Euro Stoxx 50 stagnierte zum Beginn der Woche. Der europäische Leitindex verlor mit 0,02 Prozent nur einen Punkt auf 5.984.
Lufthansa vor Rückkehr in den Dax - Zalando gefährdet
Die Aktie von Lufthansa steht nach Einschätzung von Index-Experten womöglich kurz vor einer Rückkehr in den deutschen Leitindex Dax. Seinen Platz räumen müsste dann voraussichtlich das Papier des Modehändlers Zalando, wie die Analystin Carolin Raab von der Deutschen Bank und der Experte Pankaj Gupta von JPMorgan aktuellen Studien zufolge erwarten.
Während die Indexaufnahme von Lufthansa bis vor wenigen Tagen jedoch noch nahezu sicher erschien, habe der jüngste Kursverfall der Aktie, ausgelöst durch Streiks, dies nun wieder mehr infrage gestellt, schrieb Raab. Die kommenden Wochen würden daher entscheidend werden, ob es im Dax zu einer Änderung komme und - falls ja -, wer dann wirklich absteigen müsse.
Zalando habe zwar derzeit die schwächste Position unter den Dax-Aktien und müsste ausscheiden, sollte Lufthansa aus dem MDax in die erste Börsenliga aufsteigen. Gefährdet sei aber auch die Online-Immobilienplattform Scout24. Ihr Börsenwert, gemessen am Anteil frei handelbarer Aktien, liege nur geringfügig über dem von Zalando. Außerdem ist auch die entsprechende Marktkapitalisierung von Porsche Holding laut Raab nicht weit von den beiden entfernt.
Marinetechnik-Spezialist Gabler will an die Börse
Der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler strebt im März an die Frankfurter Börse. Das Unternehmen will mit dem Börsengang im weniger regulierten "Scale"-Segment selbst 40 Millionen Euro einsammeln, zugleich will die Lübecker Industrieholding Possehl Anteile an der 2013 erworbenen Tochter loswerden und sich damit womöglich auch von der Mehrheit trennen, wie Gabler am Montag mitteilte. Organisiert wird der Börsengang von der US-Investmentbank Cantor Fitzgerald, die Privatbank Metzler ist ebenfalls mit von der Partie.
Das 1962 von einem ehemaligen U-Boot-Ingenieur gegründete Unternehmen produziert vor allem Ausfahrgerätesysteme, also die Masten, mit denen das U-Boot unter Wasser seine Umgebung beobachten kann. Gabler sieht sich als europäischer Marktführer in diesem Bereich, der rund zwei Drittel des Umsatzes ausmacht. Ein Fünftel des Umsatzes kommt aus Energiespeichern für Unterwasser-Einsätze.
Possehl will damit vom Rüstungsboom profitieren, in dem in den vergangenen Jahren Firmen wie Hensoldt, Renk und der U-Boot-Bauer TKMS an die Börse gebracht wurden. Insidern zufolge strebt auch die ehemals zu Jenoptik gehörende Vincorion, ein Hersteller von Generatoren für das Militär aus Wedel bei Hamburg, noch im Frühjahr an den Kapitalmarkt.
Goldpreis startet im Minus
Der Goldpreis ist bis zum Montagabend um etwa 0,8 Prozent auf 4.976 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) gefallen. Damit bleibt der Kurs weiterhin unter der 5.000 Dollar Marke. Auch der Silberpreis startet negativ in die neue Woche. Hier fiel der Kurs bis zum Abend um etwa 0,4 Prozent auf 75 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und bleibt dem Allzeithoch von etwa 115 Dollar weiterhin entfernt.
(mit Material von dpa-AFX)

