
Der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler strebt im März an die Frankfurter Börse. Das Unternehmen will mit dem Börsengang im weniger regulierten "Scale"-Segment selbst 40 Millionen Euro einsammeln, zugleich will die Lübecker Industrieholding Possehl Anteile an der 2013 erworbenen Tochter loswerden und sich damit womöglich auch von der Mehrheit trennen, wie Gabler am Montag mitteilte. Organisiert wird der Börsengang von der US-Investmentbank Cantor Fitzgerald, die Privatbank Metzler ist ebenfalls mit von der Partie.
Das 1962 von einem ehemaligen U-Boot-Ingenieur gegründete Unternehmen produziert vor allem Ausfahrgerätesysteme, also die Masten, mit denen das U-Boot unter Wasser seine Umgebung beobachten kann. Gabler sieht sich als europäischer Marktführer in diesem Bereich, der rund zwei Drittel des Umsatzes ausmacht. Ein Fünftel des Umsatzes kommt aus Energiespeichern für Unterwasser-Einsätze.
Possehl will damit vom Rüstungsboom profitieren, in dem in den vergangenen Jahren Firmen wie Hensoldt, Renk und der U-Boot-Bauer TKMS an die Börse gebracht wurden. Insidern zufolge strebt auch die ehemals zu Jenoptik gehörende Vincorion, ein Hersteller von Generatoren für das Militär aus Wedel bei Hamburg, noch im Frühjahr an den Kapitalmarkt.
Gabler erzielte im vergangenen Jahr einen Pro-forma-Umsatz von 61,7 Millionen Euro, bei einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 16,5 Millionen Euro. Ziel ist ein Umsatz von rund 100 Millionen Euro im Jahr. Das Unternehmen sitzt nach eigenen Angaben auf Aufträgen über knapp 360 Millionen Euro.




