Mehr Arbeitslose und geringeres Lohnwachstum in Großbritannien
London, 17. Feb (Reuters) - Eine steigende Arbeitslosigkeit und ein langsameres Lohnwachstum nähren die Spekulationen auf Zinssenkungen der britischen Notenbank.
Die Arbeitslosenquote stieg im vierten Quartal 2025 auf 5,2 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit 2015, wenn man den Zeitraum der Corona-Pandemie ausklammert.
Zudem verlangsamte sich das Lohnwachstum erneut. Die Löhne legten in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 um 4,2 Prozent zu. Die Bank of England (BoE) beobachtet die Lohnentwicklung genau. Sie gilt als wichtiger Indikator für die Inflation, die über dem Zielwert der Notenbank liegt. Das von der BoE besonders beachtete Lohnwachstum im Privatsektor ohne Boni ging auf 3,4 Prozent zurück, nach 3,6 Prozent in den drei Monaten bis November.
Das Pfund Sterling gab nach Veröffentlichung der Daten am Dienstag zum Dollar nach. Diese dürften die Erwartungen der Anleger bestärken, die fast einhellig mit zwei Zinssenkungen um jeweils einen viertel Prozentpunkt bis zum Jahresende rechnen. In der vergangenen Woche hatten bereits Daten auf ein schwächer als erwartetes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal hingedeutet.
Niedrigere Zinsen können die Konjunktur ankurbeln, da dadurch Kredite günstiger werden - etwa für Investitionen. Sie machen eine Währung aber auch unattraktiver.
(Bericht von William Schomberg, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)




