Studie zu Olympia-Effekt: Mailand kann Wachstum mehr als verdoppeln

Reuters · Uhr
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Mailand, 17. ⁠Feb (Reuters) - Das Wirtschaftswachstum der italienischen Finanzmetropole Mailand wird sich einer Studie zufolge in diesem Jahr auch dank der Olympischen Winterspiele mehr als verdoppeln.

Das Bruttoinlandsprodukt werde um 1,7 Prozent zulegen, nach einem Wachstum von ‌0,7 Prozent im vergangenen Jahr, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Analyse des regionalen Unternehmensverbandes Assolombarda hervorgeht. "Mailand erlebt eine positive ⁠Phase", sagte ⁠Assolombarda-Präsident Alvise Biffi. Das Wachstum sei solide. Großveranstaltungen stärkten die internationale Sichtbarkeit der Stadt.

Ein wesentlicher Treiber sind demnach die laufenden Olympischen Winterspiele, die die Stadt mitausrichtet. Allein die Spiele sollen in der Metropolregion eine Gesamtproduktion von rund 2,5 Milliarden Euro ‌und eine Wertschöpfung von 1,045 Milliarden Euro ‌generieren. Zudem werden Ausgaben von Besuchern, Athleten und Mitarbeitern in Höhe von rund einer Milliarde Euro erwartet.

Biffi bezeichnete die Spiele als "starken Katalysator", ⁠um das Profil der Stadt zu schärfen und die städtische Umgestaltung ‌zu beschleunigen. Bürgermeister Giuseppe Sala ⁠ergänzte, die Spiele zögen mehr Medienaufmerksamkeit auf sich als die Weltausstellung Expo 2015. "Dies sind die meistgesehenen Olympischen Spiele der Geschichte und werden eine längerfristige Wirkung haben", sagte Sala.

Mailand ‌erlebt seit der Ausrichtung der ⁠Expo 2015 einen Immobilienboom. Dieser ⁠wurde auch durch günstige Steuervorschriften angeheizt, die wohlhabende Ausländer anziehen. Einige Einheimische beklagen jedoch, dass sie durch die steigenden Kosten aus der Stadt vertrieben werden. Für die Olympischen Spiele beläuft sich das Budget der Stadt auf 735 Millionen Euro. Davon sind 379 Millionen für Investitionen und Modernisierungen vorgesehen. Mailand ist Austragungsort von fast 90 Eissport-Wettbewerben, einschließlich der Eröffnungsfeier im ⁠San-Siro-Stadion.

(Bericht von Giancarlo Navach, geschrieben von Rene Wagner; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)