Dax steigt klar über 25.000 Punkte - Silber erobert 90-Dollar-Marke zurück

Deutsche Aktien haben sich zur Wochenmitte vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia weiter erholt. Der Dax, der am Vortag nur knapp unter 25.000 Punkten geschlossen hatte, eroberte die runde Marke zurück und baute die Gewinne im Handelsverlauf aus. Letztlich stieg der Index am Mittwoch um 0,76 Prozent auf 25.175 Punkte.
Der MDax der mittelgroßen Werte stieg nach einem größeren Plus am Vortag dahingegen nur um 0,09 Prozent auf 31.436 Punkte. Vor allem bei MDax-Aktien gab es nach Zahlen am Mittwoch größere Kursbewegungen nach oben wie nach unten. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone wiederum kletterte um 0,93 Prozent.
Laut dem Marktanalysten Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets ließ sich der Dax von einer gewissen Vorfreude anstecken, denn auch in New York war die Tendenz am Mittwoch vor den Nvidia-Zahlen am Abend freundlich. In einem Kommentar von Index-Radar hieß es, Nvidia gelte als "Seismograf für die Investitionsbereitschaft im KI-Komplex".
Angesichts der massiven Investitionsprogramme der großen Tech-Konzerne erwarte der Markt "mehr als gute Zahlen". "Entsprechend hoch liegt die Messlatte und nur deutlich bessere Aussichten dürfte neue Dynamik entfachen", hieß es von den Experten.
Dax-Quartalsbilanzen im Blick
In Deutschland ging die Bilanzsaison auch mit mehreren Jahresberichten weiter. Bei Fresenius verdaute der Markt zunächst negativ aufgenommene Zahlen. Zum Nachmittag hin drehte die Dax-notierte Aktie ins Plus und schloss 1,7 Prozent höher.
Beim Baustoffhersteller Heidelberg Materials reichten ordentliche Zahlen nicht, um das zuletzt von der Debatte über europäische Klimaschutzmaßnahmen getrübte Stimmungsbild unter den Anlegern zu wandeln. Kritik gab es vor allem am Zielkorridor für das operative Ergebnis (Ebit), dessen Mittelwert laut dem Barclays-Analysten Tom Zhang unter dem Analystendurchschnitt lag. Dennoch schlossen die Aktien unverändert.
Die gut gelaufenen Eon-Titel pendelten sich nach größeren Schwankungen im Plus ein und stiegen 3,5 Prozent. Der Energiekonzern konnte dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern und plant bis 2030 weitere Milliarden-Investitionen. Ein Händler attestierte Eon einen konservativen Ausblick.
Nordex mit Kursrutsch, Auto1 mit harschem Verlust
Im MDax gab es bei Auto1 nach zunächst noch solidem Start einen Kursrutsch um knapp 18 Prozent. Die Titel setzten ihren freien Fall fort mit dem tiefsten Stand seit April 2025. In absoluten Zahlen liege der Ausblick für das operative Ergebnis (Ebitda) etwas unter dem Konsens, schrieb der JPMorgan-Fachmann Marcus Diebel. Das sei eine kleine Enttäuschung des Gebrauchtwagenhändlers.
Dagegen sprangen die Titel von Nordex als MDax-Spitzenreiter um 18 Prozent hoch. Jefferies-Experte Constantin Hesse attestierte dem Windturbinenbauer ein "hervorragendes viertes Quartal". Auch der Jahresausblick sowie die mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser als gedacht. RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die Konsensschätzungen für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus steigen könnten.
Abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax war der IT-Dienstleister Nagarro mit einem Kurseinbruch um 9,8 Prozent. Triftige Gründe dafür sahen Händler und Analysten zunächst nicht. Verwiesen wurde aber auf einen inzwischen wohl höheren Anteil an Leerverkäufern, also Marktteilnehmer, die bei Nagarro auf fallende Kurse spekulieren.
Silber steigt wieder über 90 US-Dollar
Der Euro bewegte sich kaum. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1791 US-Dollar. Sie bewegte sich damit auf dem Niveau vom Dienstagabend. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1784 (Dienstag: 1,1777) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8486 (0,8491) Euro
Insgesamt hielten sich die Bewegungen weiter in Grenzen. Der Euro bleibe in der Defensive, schrieben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Verunsicherung rund um das vom US-Präsidenten Donald Trump angerichtete Zollchaos sei hoch und auch der Iran-Konflikt bleibe ein Unsicherheitsfaktor, wenngleich die Diplomatie noch nicht erschöpft zu sein scheine.
Edelmetalle waren dahingegen wieder gefragt. Der Silberpreis eroberte erneut die Marke von 90 US-Dollar, während Gold immerhin um rund ein Prozent vorrückte. Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostete damit knapp 5.200 Dollar. Das Plus bei Silber fiel mit 3,86 Prozent deutlich höher aus, allerdings notiert der "kleine Bruder" des Goldes auch deutlicher unter seinem im Januar erreichten Rekordhoch. Damals stieg Silber bis auf 121 Dollar, ehe ein historischer Abverkauf einsetzte. Ein gutes Stück hat sich Silber aber seit diesen wilden Preisschwüngen wieder erholt.
(mit Material von dpa-AFX)



