Nach zwei wilden Monaten winken bei manchen Aktien Chancen
2026 ist kaum zwei Monate alt - und manche Kurse haben sich bereits mehr bewegt als in einem vollen Börsenjahr. Dabei ging es bei manchen Aktien auch deutlich bergab, und bei so manchen Anteile lohnt sich deshalb ein genauerer Blick.
Heiko Böhmer

Was für ein Start ins Börsenjahr 2026: Diese beiden ersten Monate haben massive Verwerfungen an den Kapitalmärkten gebracht. Da war der Höhenflug der Edelmetalle im Januar – vor allem beim Silber und natürlich auch beim Gold. Zwischenzeitlich hieß es bei den Händlern: „Nichts geht mehr“.
Die Tagesschwankungen waren so massiv, dass an einen geordneten Handel nicht mehr zu denken war. Diese extremen Spitzen haben sich abgeschwächt. Die Preise für Gold und Silber schwanken aber weiter stark. Die Bilanz nach zwei Monaten: Plus 17,6 Prozent beim Silber und plus 17,8 Prozent beim Gold. Auch wenn die Preise jetzt nicht mehr nahe den Rekordständen notieren, so waren das doch zwei unglaubliche Monate.
Massiver Einbruch der Software-Branche
Unglaublich waren die Monate auch für die Software-Branche – aber leider in negativer Hinsicht. Die KI-Angst ging um in der Branche. Das vorherrschende Narrativ lautet: Die KI-Modelle werden so schnell immer besser. Klassische „Software as a Service“- Geschäftsmodelle verlieren nicht nur an Bedeutung.
Vielmehr geht es ums Ganze: Gut möglich, dass es in wenigen Jahren viele Geschäftsmodelle in diesem Umfeld kaum noch geben wird.
Aktuell ist das nicht viel mehr als ein Narrativ an der Börse – aber das ist stark und zeigt Wirkung. Der US-Software-Index hat in diesem Jahr schon rund 30 Prozent an Wert verloren. Große Titel aus der Branche wie Adobe, Oracle oder auch SAP gehören zu den Verlierern mit Abschlägen von 20 Prozent und mehr.
Selbst Börsengiganten wie Microsoft gerieten unter die Räder. Aber gerade hier lohnt es sich genauer hinzuschauen: Die Bewertung ist bei Microsoft aktuell so niedrig wie seit 2018 nicht mehr. Gleichzeitig hat das US-Techschwergewicht den Gewinn massiv gesteigert. Also lohnt es sich aktuell bei einigen Aktien wieder genauer hinzuschauen.
Kryptoabsturz bietet wieder Chancen
Die massiven Ausschläge an den Kapitalmärkten erfassten aber noch weitere Anlageklassen: Bei den Kryptos rauschten die Preise massiv ab – Bitcoin notiert so rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch. Nach solchen Abstürzen kam es dann immer wieder zu deutlichen Erholungen. Und tatsächlich zeigen aktuelle Marktdaten, dass langfristige Investoren sich derzeit am Markt eindecken und das aktuelle Niveau zwischen 60.000 und 65.000 Dollar nutzen, um Positionen aufzubauen.
Stabile Dax-Dividenden als Sicherheitsfaktor im Depot
Was nach diesen beiden turbulenten Monaten klar ist: Wir werden wohl sehr wahrscheinlich noch viele weitere Turbulenzen an den Märkten erleben. Vielleicht ist es daher ein naheliegender Gedanke, etwas Risiko rauszunehmen und die bevorstehende Dividendensaison mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier warten ordentliche Ausschüttungen der Unternehmen.
Ganz aktuell meldet beispielsweise die Researchabteilung der Commerzbank, dass die Dividenden im Dax für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 nicht um zwei Prozent sinken, sondern um zwei Prozent steigen werden. Bei großen Finanzwerten wie der Allianz oder der Münchener Rück sind hier Dividendenrenditen von rund vier Prozent möglich – nach den angekündigten Erhöhungen bei der Gewinnbeteiligung.
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