Panzergetriebebauer Renk wächst im Rüstungsboom kräftig

Reuters · Uhr
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Augsburg, 05. Mrz (Reuters) - ⁠Der Augsburger Großgetriebe-Hersteller Renk wächst angesichts der weltweiten Aufrüstung rasant, erwartet aber erst 2028 den nächsten großen Umsatzschub. Grund sei, dass die Kunden - etwa Panzerhersteller - selbst erst ihre Produktion hochfahren müssten, sagte Vorstandschef Alexander Sagel am Donnerstag in Augsburg. Für das laufende Jahr stellte der Manager einen Umsatz von mehr als 1,5 (2025: 1,37) Milliarden Euro in ‌Aussicht, ein Plus von zehn Prozent. "Wir könnten in diesem Jahr auch auf 1,7 bis zwei Milliarden Euro gehen", sagte Sagel. Die Prognosen basierten aber auf den Abrufen der Kunden. "Ab 2028 haben wir dann ganz ⁠andere, höhere Wachstumsraten", ⁠betonte der Renk-Chef.

Bis dahin türmt sich der Auftragsbestand auf: Bis Ende 2025 schnellte er auf 6,68 (4,96) Milliarden Euro, im laufenden Jahr sollen rund zwei Milliarden Euro hinzukommen. Daran würde ein Waffenstillstand in der Ukraine auch nichts ändern - im Gegenteil", betonte Sagel.

Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um 20 Prozent, stärker als erwartet. Allein mit Getrieben für Panzer wie den "Leopard 2" und für Marineschiffe setzte Renk ein Viertel mehr um. Das ‌Rüstungsgeschäft macht inzwischen fast drei Viertel des Konzernumsatzes aus, bis 2030 ‌sollen es 90 Prozent sein. "Unsere Strategie, den Fokus konsequent auf Verteidigungstechnologien zu richten, zahlt sich aus", sagte Sagel. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 22 Prozent auf 230 Millionen Euro. Es lag damit am oberen ⁠Ende der Zielspanne. Die Aktionäre sollen für 2025 eine Dividende von 58 Cent bekommen, 16 Cent mehr als für ‌2024.

Für das laufende Jahr rechnet Renk mit einem bereinigten ⁠Ebit von 255 bis 285 Millionen Euro. "Die obere Hälfte der Spanne ist das, wo wir uns 2026 positionieren wollen", sagte Sagel. An der Börse sorgte der Ausblick jedoch für Enttäuschung bei den Anlegern. Analysten erwarten im Schnitt schon jetzt 274 Millionen Euro. Die im Nebenwerteindex MDax notierte ‌Renk-Aktie gab um fast sieben Prozent auf 54,64 Euro nach.

Bis ⁠2030 peilt Renk einen Umsatz von 2,8 ⁠bis 3,2 Milliarden Euro an, bei einer bereinigten operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von mehr als 20 Prozent. 2025 lag die Marge bei 16,9 Prozent. Neue Fabriken brauche Renk für den Hochlauf nicht, betonte Sagel. Die jetzigen Kapazitäten gäben bis 2030 auch 1800 bis 2000 Getriebe im Jahr her. 2025 waren es 700, in diesem Jahr soll die Produktion auf mehr als 800 steigen. "Wir brauchen auch bei einer Verdreifachung des Umsatzes keine neuen Werke. Wir wachsen mit einem relativ geringen Investitionsvolumen." Die angepeilte Marge würde für 2030 ein Ebit von 560 bis 640 Millionen Euro bedeuten.

Zukäufe könnten den Umsatz noch schneller wachsen lassen: Der Renk-Chef liebäugelt ⁠vor allem mit den USA, und dort vor allem mit Getrieben für Marineschiffe.

(Bericht von Alexander HübnerMitarbeit: Maria RügamerRedigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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