Russland: Gas-Tanker nach ukrainischem Beschuss im Mittelmeer versunken

Reuters · Uhr
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Moskau, 05. ⁠Mrz (Reuters) - Ein mit Flüssiggas beladener russischer Tanker ist im Mittelmeer gesunken. Nach Darstellung der Regierung in Moskau wurde das Schiff von ukrainischen Drohnen angegriffen, die von der libyschen Küste aus abgefeuert wurden.

Die "Arctic Metagaz" ‌sei am Mittwoch in Gewässern zwischen Libyen und Malta untergegangen, teilte die libysche Seenotrettungsbehörde in einem Schreiben mit, das der Nachrichtenagentur ⁠Reuters vorlag. ⁠Demnach führten plötzliche Explosionen und ein massives Feuer zum Untergang des Schiffes. Bereits am Dienstag hatte geheißen, das Schiff brenne.

Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem "Angriff von Terroristen". Die 30-köpfige russische Besatzung konnte den Angaben zufolge gerettet werden. Das Schiff war nach ‌Angaben der libyschen National Oil Corporation mit ‌Flüssigerdgas (LNG) aus dem arktischen Hafen Murmansk unterwegs, Ziel war Port Said in Ägypten.

Sollte sich der Angriff bestätigen, wäre es das erste Mal, dass ⁠die ukrainische Armee einen LNG-Tanker ins Visier nimmt. In der Vergangenheit ‌hat sie häufig russische Ölraffinerien ⁠und Energieinfrastruktur attackiert, um die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine zu erschweren. Der ukrainische Geheimdienst SBU reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Die libysche National Oil ‌Corporation wies jegliche Verwicklung in ⁠den Vorfall zurück. Auch der in ⁠Russland ansässige Verwalter des Schiffes, die LLC SMP Techmanagement, und der russische LNG-Produzent Novatek haben sich zu dem Vorfall bislang nicht geäußert.

Die libyschen Behörden warnten die Schifffahrt vor der Unglücksstelle. Experten gehen davon aus, dass sich die Umweltverschmutzung auf den Treibstoff des Schiffes beschränken dürfte, da sich das geladene Gas verflüchtigt.

(Bericht von Filipp Lebedev, Vladimir Soldatkin, Jonathan Saul, Menna Alaa El-Din, ⁠Muhammad Al Gebaly und Ahmed Elumami. Geschrieben von Philipp Krach. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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