Deutschland bezieht mehr Öl aus dem Nahen Osten - Norwegen bleibt Top-Lieferant

Reuters · Uhr
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Berlin, 09. ⁠Mrz (Reuters) - Deutschland hat im vergangenen Jahr einen größeren Anteil seines Rohöls aus dem Nahen Osten bezogen.

Rund 6,1 Prozent stammten aus der Region, wo derzeit ein Krieg rund um den Iran für Unruhe sorgt, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. ‌Dies waren 4,6 Millionen Tonnen von insgesamt eingeführten 75,7 Millionen Tonnen. Im Jahr 2020 hatte der Anteil noch bei 4,4 Prozent gelegen, von insgesamt ⁠84,7 Millionen ⁠Tonnen.

Wichtigster Rohöl-Lieferant für Deutschland war 2025 Norwegen mit einem Anteil von 16,6 Prozent, gefolgt von den USA mit 16,4 Prozent und Libyen mit 13,8 Prozent. Aus dem Nahen Osten war der Irak mit 4,2 Prozent der bedeutendste Lieferant und stand damit an siebter Stelle der Lieferländer. Dahinter folgten die ‌Vereinigten Arabischen Emirate mit 1,1 Prozent und Saudi-Arabien ‌mit 0,8 Prozent. Andere Staaten der Region wie Oman, Katar, Kuwait oder der Iran lieferten kein Rohöl nach Deutschland.

Die Europäische Union ist insgesamt deutlich abhängiger von Lieferungen ⁠aus dem Nahen Osten als Deutschland. Den Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zufolge bezogen ‌die Mitgliedstaaten 2025 insgesamt 13,0 Prozent ⁠ihrer Rohöl-Importe aus der Region. Die wichtigsten Lieferländer für die EU waren Saudi-Arabien mit 6,9 Prozent und der Irak mit 5,9 Prozent.

Die deutsche Nachfrage nach Rohöl ist über die vergangenen Jahre deutlich gesunken. Die ‌2025 importierte Menge lag um 10,6 ⁠Prozent unter der von 2020. Im ⁠Vergleich zu 2005 ging die Einfuhr sogar um mehr als ein Drittel zurück. Insbesondere Saudi-Arabien hat für den deutschen Markt an Bedeutung verloren. 2020 stammten noch 2,3 Prozent der hiesigen Rohöl-Importe aus dem Land, 2025 waren es nur noch 0,8 Prozent.

Die Angriffe der USA und Israels und die Gegenschläge des Iran haben den Konflikt im Nahen Osten massiv verschärft. Dies treibt den Ölpreis nach oben und verteuert die Produktionskosten der energieintensiven ⁠Industriefirmen in Deutschland.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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