Dax Tagesrückblick 11.03.2026

Dax gibt nach kräftiger Erholung erneut nach - Rheinmetall-Aktie am Indexende

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Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Die Entwicklungen im Iran-Krieg haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder spürbar verunsichert. Die Straße von Hormus ist faktisch gesperrt. Mehrere Schiffe in und nahe der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meeresenge gerieten unter Beschuss und die Ölpreise stiegen wieder.

Die Nervosität spiegelt sich im deutlich schwankenden Dax wider. Nach seiner kräftigen Erholung am Vortag kam der deutsche Leitindex erneut unter Druck. Letztlich ging das Börsenbarometer mit einem Abschlag von 1,37 Prozent auf 23.640 Punkte aus dem Tag.

Der MDax sank um 1,04 Prozent auf 29.414 Zähler. Europaweit und auch in den USA sah es nur ein wenig besser aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx fiel um 0,73 Prozent auf 5.794 Zähler, und auch in London und Zürich wurden Verluste verbucht. In den USA gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial um Börsenschluss in Europa ähnlich nach, während sich der technologielastige Nasdaq 100 besser hielt.

Der Energiemarkt bleibt im Zuge des Iran-Kriegs weiter Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger. Nur zeitweise gab es etwas Erleichterung, da die Internationale Energieagentur (IEA) eine Rekordmenge strategischer Ölreserven, insgesamt 400 Millionen Barrel, freigeben will.

Laut Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, ist dies allerdings nur eine "Lösung auf Zeit". Auch bei dem Dax-Vortagsplus habe es sich nur um eine "technische Erholung" gehandelt, die noch keinen neuen Trend begründe. Mit einer belastbaren Bodenbildung für den Leitindex rechnet Stanzl im besten Falle in ein bis zwei Wochen.

Rheinmetall-Aktie nach Jahreszahlen unter Druck

Hinter den Erwartungen zurückgebliebene Jahreszahlen sowie ein leicht enttäuschender Ausblick auf 2026 haben am Mittwoch die zuletzt erholten Aktien von Rheinmetall belastet. Die Aktie des Rüstungsunternehmens sackte im schwächelnden Dax um acht Prozent auf 1.520 Euro ab und zählte damit zu den Schlusslichtern im Leitindex.

Damit schloss die Aktie nahe ihres Tagestiefs. Die Gewinne im bisherigen Jahresverlauf haben sich gänzlich aufgelöst. Noch im Börsenjahr 2025 gehörte Rheinmetall zu den Dax-Aktien mit den höchsten Zuwächsen.

Allgemein verwiesen Analysten wie etwa DZ-Bank-Experte Holger Schmidt darauf, dass Rheinmetall 2025 zwar ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum verbucht habe, trotzdem aber hinter den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens) zurückgeblieben sei. So sei der Konzernumsatz um 29 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, doch der Konsens und seine Schätzung hätten etwas mehr erwartet. Ähnlich verhalte es sich mit dem operativen Ergebnis (Ebit).

Porsche: Aktie rutscht nach Erholungsversuch ins Minus

Die zuletzt auf ein Rekordtief gefallenen Aktien der Porsche AG haben am Mittwoch Erholungsversuch gestartet, sind aber im Handelsverlauf zurück ins Minus gefallen. Die Titel büßten 1,2 Prozent ein. Tags zuvor hatten die Aktien etwa vier Prozent zugelegt im Zuge einer Branchenerholung und vorgelegter Zahlen des Mutterkonzerns Volkswagen. Dessen Aktien lagen am Mittwoch auch knapp mit 1,6 Prozent im Plus.

Porsche blickt nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr eigentlich verhalten auf das laufende Jahr. Im vierten Quartal seien die ohnehin geringen Erwartungen noch verfehlt worden, hieß es außerdem vom Goldman-Sachs-Analysten Christian Frenes.

Stephen Reitman von Bernstein Research gibt sich nun gespannt, wie sich der neue Unternehmenschef Michael Leiters in einer ersten Telefonkonferenz schlägt. Die Kernfrage sei, in welchen Ausmaß er einen Wandel beschleunigen kann - hin zum mittelfristigen Ziel einer operativen Marge, die wieder prozentual zweistellig wird. 2026 wird diese im Bereich von 5,5 bis 7,5 Prozent prognostiziert, was laut Reitman etwas unter den Erwartungen liege

Verluste von 1,6 Prozent mussten am Mittwoch wieder die Aktionäre der Lufthansa einstecken. Neben den kriegsbedingten Turbulenzen müssen sie verkraften, dass die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit für diesen Donnerstag und Freitag zu einem Streik aufgerufen hat.

Bilanzprobleme und Kurssturz
Gerresheimer verschiebt Jahresabschluss – SDax-Rausschmiss droht11.03.2026 · 14:20 Uhr · dpa-AFX
Gerresheimer verschiebt Jahresabschluss – SDax-Rausschmiss droht

Einen erneuten Kursrutsch gab es bei Gerresheimer, der aber mit 5,8 Prozent Minus zum Handelsende bereits ein Stück weit eingedämmt war. Der Verpackungshersteller kann den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 in der Folge laufender Bilanzprüfungen erst nach dem 31. März veröffentlichen und muss daher voraussichtlich aus dem SDax absteigen.

Euro und Gold leicht schwächer

Der Kurs des Euro gab etwas nach. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1575 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch über 1,16 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1581 (Dienstag: 1,1641) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8634 (0,8590) Euro.

Der Euro geriet am Nachmittag wieder etwas unter Druck. Grund waren auch die gestiegenen Ölpreise. Der Dollar als Weltleitwährung wurde wieder verstärkt gesucht. Zudem dürfte die US-Wirtschaft weniger durch die Ölpreisentwicklung belastet sein. Schließlich sind die USA ein Nettorohölexporteur. Zu Wochenbeginn hatte noch die Erwartung eines baldigen Endes des Kriegs den Euro gestützt.

Der Goldpreis gab indes etwas nach. Zuletzt fiel der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) um 0,54 Prozent auf 5.168 US-Dollar. In Euro gerechnet fiel der Verlust mit minus 0,2 Prozent schwächer aus. Das sonst als Krisenwährung gesuchte Edelmetall bewegt sich seit Ausbruch des Iran-Kriegs stark hin und her. Auf einen Kurssprung zum Monatsbeginn folgte ein ebenso rapider Abverkauf. Unterm Strich hat sich Gold damit seit Ende Februar kaum im Preis verändert.

(mit Material von dpa-AFX)

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