
Fast zwei Wochen nach Kriegsausbruch im Iran meiden die Anleger bei deutschen Aktien weiter das Risiko. Sie bleiben vor dem Wochenende wegen möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten lieber vorsichtig, was auch mit dem anhaltend hohen Ölpreis in Zusammenhang steht. Auch in Asien waren die Vorzeichen zu Wochenschluss negativ.
Im frühen Handel gab der Dax am Freitag in der Spitze um 1,3 Prozent auf 23.294 Punkte nach. Auf Wochensicht bahnt sich so für den deutschen Leitindex ein Minus an - vor allem bedingt vom schwachen Montag, an dem er mit 22.927 Punkten auf ein Tief seit Mai abgesackt war.
Der MDax fiel am Morgen um bis zu 1,7 Prozent auf 28.747 Zähler und der Eurozonen-Index Euro Stoxx 50 büßte in der Spitze rund ein Prozent ein.
Ölpreis weiter bei über 100 Dollar
Im Fokus der Investoren stehen am Freitagvormittag die Ölpreise. Sie haben sich heute auf hohem Niveau zunächst wenig bewegt. Zum Ende einer turbulenten Woche zeichnet sich somit weiter keine Entspannung ab. Die Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur zur Wochenmitte hat bisher zu keiner nachhaltigen Senkung des Niveaus geführt.
Am Markt sind alle Augen auf die praktisch geschlossene Straße von Hormus gerichtet. Irans Führung ist trotz massiver Angriffe der USA und Israels weiter zu Gegenschlägen und Störung der globalen Ölversorgung in der Lage.
Unterdessen will die US-Regierung dem stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
Am Freitagmorgen wurde für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai 100,43 Dollar gezahlt und damit drei Cent weniger als am Vortag.
Vincorion: Nächster Rüstungskonzern plant Börsengang
Eine wichtige Meldung am deutschen Markt war am Freitag zudem der bevorstehende Börsengang des Rüstungskonzerns Vincorion. Das Unternehmen gab in Wedel bekannt, dass die Anteilsscheine erstmals am kommenden Freitag (20. März) an der Frankfurter Börse gehandelt werden.
Vorab wurde der Preis einer Aktie auf 17 Euro festgelegt, wodurch sich die Marktkapitalisierung zunächst auf 850 Millionen Euro beläuft. Vincorion hat rund 900 Beschäftigte, neben dem Firmensitz in Wedel bei Hamburg hat sie große Standorte im bayerischen Altenstadt und in Essen (NRW).
2025 kam die Vincorion auf einen Umsatz von 240 Millionen Euro, zum Gewinn wurden keine Angaben gemacht. Der Gesamtauftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei rund 1,1 Milliarden Euro.Investoren hatten ein feines NäschenDie Firma gehörte bis 2022 zum Thüringer Technologiekonzern Jenoptik, dann übernahmen britische Investoren namens Star Capital das Unternehmen.
Für die Briten war das ein gutes Timing, denn in den Jahren danach ging die Nachfrage nach Rüstungsgütern wegen des Ukraine-Krieges steil nach oben. Nun machen sie Kasse.
(mit Material von dpa-AFX)
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