Mittelstandsverband: "Der Markt entscheidet"

(Reuters) - Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) hat keine Einwände gegen eine mögliche komplette Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit. "Der Markt entscheidet", sagte der geschäftsführende Vorstand des DMB, Marc Tenbieg, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Unternehmensübernahmen seien Teil eines freien, wettbewerblichen Umfelds, das grundsätzlich auch Chancen berge – etwa für mehr Stabilität und Effizienz im europäischen Bankenmarkt. "Wir haben keine Präferenz für oder gegen einzelne Transaktionen", sagte Tenbieg. Entscheidend sei, dass am Ende starke, mittelstandsorientierte Finanzierungspartner stehen.
"Es kommt darauf an, dass die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen auch künftig auf verlässlichen, mittelstandsorientierten Strukturen aufbaut", fügte Tenbieg hinzu. "Dies erfordert vertrauensvolle Partner, die die spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen verstehen sowie Nähe, Dialog und Verlässlichkeit bieten." Diese Werte müssten auch bei einer möglichen Übernahme gewahrt bleiben. Der DMB vertritt rund 34.000 Mitglieder.
Unicredit legte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für die zweitgrößte börsennotierte deutsche Bank vor, die als wichtiger Mittelstandsfinanzierer gilt. Die Eigner des Frankfurter Geldhauses sollen 0,485 neue Unicredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie erhalten, wie die italienische Großbank mitteilte. Über die dafür notwendige Kapitalerhöhung solle bis zum 4. Mai 2026 in einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden werden.
ZEW-Präsident Achim Wambach warnt vor einer Einmischung der Politik in die mögliche Komplettübernahme der Commerzbank durch Unicredit. "Die Bundesregierung sollte den Übernahmeprozess nicht behindern", sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu Reuters.




