Krieg in Nahost

Trump-Berater: Ohne Iran-Gefahr wäre Öl deutlich billiger

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Kodda/Shutterstock.com

(Reuters) - Die Eindämmung des Iran könnte einem Berater von US-Präsident Donald Trump zufolge den Ölpreis deutlich senken. Die vom Iran ausgehende Bedrohung habe über Jahrzehnte einen "Terror-Aufschlag" von fünf bis 15 Dollar pro Barrel auf die weltweiten Ölpreise bewirkt, ‌heißt es in einem Bericht von Peter Navarro, dem Leiter des Büros für Handel und Industriepolitik im Weißen Haus.

Er argumentiert in dem der ⁠Nachrichtenagentur Reuters ⁠vorliegenden 13-seitigen Papier, die Märkte preisten mit diesem Aufschlag das Risiko von Angriffen oder Störungen auf der wichtigen Öl-Transitroute durch die Straße von Hormus ein.

Der Bericht untermauert den harten Kurs der US-Regierung gegenüber Teheran. Die Analyse stellt ein aggressives Vorgehen gegen den Iran als langfristigen wirtschaftlichen Vorteil dar. Sollte ‌die Fähigkeit des Iran, die Energieinfrastruktur oder Schifffahrtsrouten ‌in der Region zu bedrohen, verringert werden, könnte der Ölpreis dem Bericht zufolge "deutlich unter 60 Dollar pro Barrel" fallen.

Energieexperten sehen Äußerungen skeptisch

Historisch gesehen habe das vom Iran ausgehende ⁠Risiko die Ölpreise um sieben bis 21 Prozent über die fundamental gerechtfertigten Niveaus ‌getrieben. Dies habe die Weltwirtschaft jährlich zwischen ⁠100 und 450 Milliarden Dollar gekostet. Über 25 Jahre könne der kumulierte wirtschaftliche Schaden zehn Billionen Dollar übersteigen.

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Ein Dollar-Schein hinter Kurssymbolen.

Energieexperten äußerten sich jedoch skeptisch zu den Schlussfolgerungen. Energieökonom Ed Hirs von der Universität von Houston ‌sagte, er kenne keine überprüfbaren Beweise ⁠für einen solchen Aufschlag. Zudem scheine ⁠der Bericht die mit einem Militäreinsatz gegen den Iran verbundenen Kosten zu ignorieren.

Hirs stellte auch die Behauptung infrage, dass die Ölpreise ohne das Iran-Risiko unter 60 Dollar pro Barrel fallen würden. Er verwies auf Untersuchungen der US-Notenbank Federal Reserve, wonach US-Ölproduzenten einen Preis von etwa 70 Dollar pro Barrel benötigten, um rentabel zu wirtschaften. "Die Frage ist, was es kosten wird, diese Ziele zu erreichen", sagte Hirs. "Die Wahrheit ist, dass die Rechnung ⁠dafür einfach dem Staat aufgebürdet wird."

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