Börse am Morgen 08.04.2026

Dax springt um 1.000 Punkte hoch - Anleger bejubeln Waffenstillstand

onvista · Uhr
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Der Dax hat am Mittwoch mit einem satten Kurssprung auf den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran reagiert. In den ersten Handelsminuten zog der Leitindex kräftig um 4,93 Prozent auf 24.050 Punkte an, ein Plus von über 1.000 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte verbesserte sich sogar um 5,11 Prozent auf 30.200 Punkte, während der Euro Stoxx 50 um 4,4 Prozent nach oben kletterte.

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe sorgt bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe.

Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen.

Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.

Notenbanken könnten nun von Zinsanhebungen absehen

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

Tatsächlich wären im Falle einer Einigung zwischen den USA und dem Iran die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges überschaubar, fuhr Gitzel fort. Zwar belasteten die hohen Energiepreise die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr, doch bei einer Entspannung der Situation könnte der globale Konjunkturverlauf im weiteren Jahresverlauf wieder zu seinem ursprünglichen Pfad zurückkehren. Noch aber bleibe abzuwarten, wie die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien verlaufen werden.

Bei den Einzelwerten stachen europaweit vor allem vom Iran-Krieg gebeutelte Branchen hervor. So stieg der Branchenindex der Touristik um fast acht Prozent. Der Auswahlindex für Öl- und Gaswerte sackte indes um 4,2 Prozent ab. 

Nachrichten zu einzelnen Unternehmen rückten indes angesichts der globalen Entspannung an den Finanzmärkten in den Hintergrund. So ist die Online-Apotheke Redcare Pharmacy mit Zuwächsen in das neue Jahr gestartet. Die Aktie sprang deshalb um fast zwölf Prozent an. Evotec gewannen auf 7,6 Prozent. Der Pharmawirkstoff-Entwickler hatte detaillierte Jahreszahlen vorgelegt.

(mit Material von dpa-AFX)

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