Dax gibt Erholungsgewinne wieder ab - trotzdem großes Wochenplus

Der Dax hat zum Ausklang einer schwankungsreichen Woche seine Gewinne im Handelsverlauf abgegeben. Zeitweise hatte der Leitindex fast ein Prozent im Plus notiert, diesen Zuwachs aber stückweise wieder verloren. Letztlich ging der Dax so minimale 0,01 Prozent tiefer bei 23.803 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht ergibt sich damit dennoch ein Plus von 2,74 Prozent. Bis zum Niveau von vor dem Krieg fehlen dem Dax aber weiterhin mehr als 1.200 Punkte.
"Die Aufmerksamkeit liegt nun auf möglichen Verhandlungen in Pakistan, die voraussichtlich am Wochenende stattfinden werden", hieß es am Freitag von der Commerzbank mit Blick auf die Kriegsparteien im Nahen Osten. Unter vielen Faktoren dürfte der Erfolg eines dauerhaften Waffenstillstands von Israels Vorgehen im Libanon abhängen. Hier deuteten die jüngsten Nachrichten auf Verhandlungsbereitschaft hin.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten zog am Freitag um 1,10 Prozent auf 30.382 Punkte an. Der Euro Stoxx 50 verbesserte sich um 0,63 Prozent. An der Wall Street fanden die Kurse bis zum Handelsschluss in Frankfurt keine einheitliche Richtung.
Unterdessen notierten die Ölpreise vor Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wenig verändert. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent blieb klar unter der Marke von 100 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch nach Vereinbarung der Waffenruhe fast auf 90 Dollar gesunken war.
Zuletzt kostete ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 95,94 US-Dollar. Zwischenzeitlich war der Preis über 98 Dollar gestiegen. Die Ölpreise sind ein wichtiger Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Nach Beginn einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg soll es ab heute in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Vor seiner Abreise zu Verhandlungen Pakistan hat US-n Vizepräsident JD Vance Teheran dazu ermahnt, die Gespräche mit den Vereinigten Staaten ernst zu nehmen. Wie US-Präsident Donald Trump verdeutlicht habe, sei man bereit, den Iranern die Hand zu reichen, wenn diese bereit seien, in gutem Glauben zu verhandeln, sagte Vance vor Journalisten. Man werde sich bemühen gute Verhandlungen zu führen.
Wenig Bewegung bei Einzelwerten
Mit Blick auf die Einzelwerte tat sich wenig. Adidas legten um 0,4 Prozent zu. Die US-Bank Citigroup hat eine Kaufempfehlung für die Papiere des Sportartikel-Konzerns bekräftigt. Nordex-Aktien gaben nach einem Auftrag aus Spanien zunächst nach, drehten bis zum Handelsschluss aber leicht ins Plus. Die Anteilsscheine des Herstellers von Windkraftanlagen waren am Vortag auf den höchsten Stand seit 2002 geklettert.
Aktien von Ströer verteuerten sich um gut vier Prozent, nachdem sich ein Börsenbrief für die Papiere des Werbedienstleisters ausgesprochen hatte. Ein erfreuliches Debüt im Kleinwerte-Index SDax gaben die Papiere der Shelly Group, die um 0,4 Prozent stiegen. Das Technologieunternehmen mit Sitz im bulgarischen Sofia ist für die Aktien von Gerresheimer in den SDax aufgerückt.
Gold mit leichtem Gewinn
Der Euro legte moderat zu. Zuletzt handelte die Gemeinschaftswährung bei 1,1734 US-Dollar und damit etwa 0,4 Prozent höher. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1711 (Donnerstag: 1,1685) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8538 (0,8557) Euro. Am Mittwoch war die Gemeinschaftswährung nach Bekanntgabe der Waffenruhe zeitweise über die Marke von 1,17 Dollar geklettert.
Gold wiederum orientierte sich weiter eng an den Aktienmärkten. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) legte um 0,45 Prozent auf 4.784 Dollar zu. In Euro gerechnet trat der Goldpreis jedoch auf der Stelle. Üblicherweise ist Gold als Krisenwährung und Inflationsschutz gefragt - beides Faktoren, die durch den Konflikt im Iran wieder relevant geworden sind. Allerdings verlor auch Gold im Zuge des Iran-Kriegs deutlich an Wert.
Analysten hatten zuletzt darauf hingewiesen, dass sich Gold eher wie eine Risikoanlage, wie beispielsweise Aktien, bewege. Ein Grund hierfür: Die starke Goldpreis-Rally bis zum Jahresanfang, die zum Teil auch von Spekulation und Sentiment getrieben wurde.
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(mit Material von dpa-AFX)



