
Der Dax hat seine anfänglichen Verluste zum Wochenauftakt merklich eingedämmt. Nachdem er im frühen Handel rund ein Prozent verloren hatte, sprang er dank einer nur moderat schwächeren Eröffnung an der Wall Street um gut 150 Punkte hoch, sodass letztlich ein Minus von 0,26 Prozent auf 23.742 Punkten blieb. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,43 Prozent auf 30.251 Zähler, während der Euro Stoxx 50 um 0,36 Prozent nachgab.
Ein erneuter Abverkauf aufgrund der gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen dem Iran einerseits sowie Israel und den USA auf der anderen Seite blieb damit vorerst aus. Am Wochenende brachen die Parteien Friedensgespräche nach weniger als 24 Stunden Verhandlungen ergebnislos ab. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus, die iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen, ab Montagnachmittag (MESZ) an. Damit soll verhindert werden, dass der Iran Gebühren von Reedereien für die Durchfahrt durch die Meerenge verlangt. Außerdem soll das Land von Öleinnahmen abgeschnitten werden. Der Iran gab sich unbeeindruckt, sprach von Bluff und drohte seinerseits.
Daher zog der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erneut über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies hatte bereits die Börsen in Asien ins Minus gedrückt.
"Die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht gescheitert", auch wenn sie bislang "kein tragfähiges Ergebnis hervorgebracht" hätten, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Zudem scheine die Waffenruhe zu halten, auch wenn sich das rasch ändern könne, ergänzte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Luftfahrt-Aktien leiden unter teurem Öl
Der wieder stark gestiegene Ölpreis führte auch zu einer Verteuerung von Kerosin, was Aktien aus der Luftfahrt-Industrie belastete. So fielen Titel des Triebwerkbauers MTU um 0,3 Prozent. Für die Anteilscheine des Flughafenbetreibers Fraport ging es um gut 4,2 Prozent nach unten. Lufthansa gaben 2,3 Prozent ab. Die Anleger der Fluggesellschaft mussten zudem eine neue Streikrunde der Piloten verdauen.
Im MDax knickten die Papiere von Nemetschek um rund drei Prozent ein und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.
Gold mit moderaten Gewinnen
Der Kurs des Euro gab nach. Nachdem die Gemeinschaftswährung im frühen Handel deutlicher unter Druck gestanden hatte, konnte sie bis zum Nachmittag einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Zuletzt wurde für einen Euro 1,1715 Dollar gezahlt und damit etwas weniger als vor dem Wochenende. Zuvor war der Kurs zeitweise bis auf 1,1658 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1684 (Freitag: 1,1711) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8558 (0,8538) Euro.
Nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und Iran am Wochenende vorläufig gescheitert waren und US-Präsident Donald Trump eine Blockade der Straße von Hormus angekündigt hatte, setzten die Anleger zunächst verstärkt auf den als sicher geltenden US-Dollar. Im Gegenzug war der Euro unter Druck geraten, bevor ab dem Vormittag eine Gegenbewegung einsetzte.
Gold legte etwas zu. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) stieg um 0,8 Prozent auf 4.708 US-Dollar. In Euro gerechnet ging es um gut ein halbes Prozent nach oben. Damit hielt sich das Edelmetall etwas besser als die Aktienmärkte. Obwohl Gold traditionell als Krisenwährung gilt, litt der Kurs ebenso wie die Börsen unter den Unsicherheiten durch den Iran-Krieg. Die vorige Woche angekündigte Waffenruhe stützte das Edelmetall ebenso wie die Börsen.
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(mit Material von dpa-AFX)



