Frankfurt, 14. Apr (Reuters) - Schwächere Geschäfte in China und den USA haben den Absatz des Autobauers BMW im ersten Quartal gedrückt. Die Marke BMW verzeichnete von Januar bis März einen Rückgang um 4,6 Prozent auf rund 496.000 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dank eines Absatzanstiegs um sechs Prozent bei der Marke Mini verkaufte die Gruppe insgesamt knapp 566.000 Pkw, das waren 3,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Einem Minus von zehn Prozent in China und von 4,3 Prozent in den USA stand dabei ein Wachstum von drei Prozent in Europa gegenüber. In Deutschland legten BMW und Mini zusammen sogar um fast elf Prozent zu.
BMW schlug sich damit besser als die anderen deutschen Autokonzerne. Der Volkswagen-Konzern verzeichnete im Auftaktquartal vier Prozent weniger Absatz, wobei die Sportwagentochter Porsche mit 15 Prozent weniger Verkäufen besonders schwach abschnitt. Mercedes-Benz büßte wegen eines Einbruchs in China um gut ein Viertel sechs Prozent ein.
Sehr zufrieden zeigte sich BMW-Vertriebschef Jochen Goller mit der Nachfrage nach den neuen vollelektrischen Modellen der Neuen Klasse. Der Auftragseingang in Europa habe im ersten Quartal den Vorjahreszeitraum um 40 Prozent übertroffen. Vom neuen Elektroauto BMW iX3 gingen mehr als 50.000 Bestellungen ein. Der Absatz von reinen E-Autos ging dagegen weltweit um 20 Prozent auf rund 87.500 Fahrzeuge zurück, was BMW vor allem mit dem Wegfall der E-Autoförderung in den USA erklärte. In Europa legten die Münchner in dem Segment weiter zu.
FÖRDERUNG HILFT DEUTSCHEN AUTOBAUERN WENIGER
Nach einer Analyse der Unternehmensberatung EY nützt die seit Januar geltende staatliche Förderung des E-Autokaufs von bis zu 6000 Euro für Privatkunden den Importmarken mehr als den deutschen Autobauern. "Wie befürchtet subventionieren wir mit der neuen Elektro-Prämie aktuell vor allem die ausländische Autoindustrie", erklärte EY-Autoexperte Constantin Gall. Gefördert werden Privathaushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Gefragt sind hier günstige, kleinere Elektroautos, von denen die stärker auf Premium spezialisierten deutschen Hersteller nur wenige im Programm haben.
Die deutschen Hersteller BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche dominieren nach den Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zusammen zwar noch den Markt, doch ihr Marktanteil sinkt. Im ersten Quartal verkauften sie 23 Prozent mehr E-Autos, die ausländischen Hersteller wuchsen hingegen um 81 Prozent. Der Marktanteil der deutschen Autobauer ging auf 58 Prozent von 66 Prozent im Vorjahreszeitraum zurück. Die Importeure vergrößerten ihr Stück vom Kuchen um sechs Prozentpunkte auf 34 Prozent, da sie auch stärkere Preiszugeständnisse machten als die deutsche Konkurrenz. Nicht eingerechnet hat EY hierbei die chinesischen Hersteller wie BYD. Sie steigerten sich mit 8450 Verkäufen auf einen Marktanteil von fünf Prozent, verglichen mit zwei Prozent vor Jahresfrist.
"Im Bereich der gewerblichen Kunden hingegen konnten die deutschen Hersteller ihre Vormachtstellung behaupten und sogar ausbauen", ergänzte Gall. Die geplanten EU-Vorgaben zur Umstellung von Dienstwagenflotten auf E-Autos würden für weitere Impulse sorgen. VW behauptete sich im ersten Quartal trotz leichten Rückgangs als führende E-Automarke. Audi, BMW und Mercedes-Benz belegten die Plätze vier bis sechs.
(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)



