Dax Tagesrückblick 14.04.2026

Dax erholt sich kräftig - Kurssprung bei Heidelberger Druck

onvista · Uhr
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Quelle: Jearu / AdobeStock

Der Dax hat sich am Dienstag dank Hoffnungen auf weitere Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA kräftig erholt. Der Leitindex legte 1,27 Prozent auf 24.044 Punkte zu und eroberte somit auch die Marke von 24.000 Punkten zurück. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,94 Prozent auf 30.534 Zähler nach oben. Der Euro Stoxx 50 verbesserte sich um 1,35 Prozent.

Schon zu Wochenbeginn hatten Dax und Euro Stoxx mit den freundlichen New Yorker Börsen ihre Verluste deutlich eingedämmt - trotz der US-Blockade der Straße von Hormus nach gescheiterten ersten Gesprächen.

Da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwögen, bestehe "die Chance auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Ein Friedensabkommen würde zudem die Straße von Hormus öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen Schifffahrtsweg.

Zudem wollen die libanesische Regierung und Israel in Washington erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche beginnen. Israel strebt laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert eine Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist.

Im Zuge dieser Entwicklungen sanken die Ölpreise am Dienstag wieder ab. Im Tagesverlauf weiteten sie frühe Verluste weiter aus und fielen deutlicher unter die Marke vom 100 US-Dollar. Zuletzt wurde für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee 97,45 US-Dollar gezahlt und damit fast zwei Prozent weniger als am Vortag. Noch stärker fiel der Preis für Rohöl aus den USA. Hier ging die Notierung um mehr als drei Prozent auf 95,66 Dollar zurück.

Markanter Kurssprung bei Heidelberger Druck

Am deutschen Aktienmarkt stach Heidelberger Druck mit einem Kurssprung von knapp 19 Prozent heraus. Dass sich Brandenburgs Ministerpräsident am Standort Brandenburg an der Havel über den Einstieg ins Drohnenabwehrgeschäft informieren will, belebte die Rüstungsfantasie erneut. Händler verwiesen angesichts der zunehmenden Kursdynamik im Tagesverlauf auch auf Eindeckungen von Leerverkäufern. Diese geraten im Fall steigender Kurse unter Druck, ihre Positionen durch Käufe aufzulösen, und verstärken damit den Anstieg noch.

Schon Mitte März hatten die Aktien von der Ankündigung profitiert, neben dem Kerngeschäft mit Druckmaschinen und angebotenen Auto-Ladeboxen ein weiteres Standbein im Bereich der Drohnenabwehr aufzubauen. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter mit dem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter Ondas Autonomous Systems.

Dass die EU zum Schutz der europäischen Stahlindustrie ihre Einfuhrregeln verschärft, bescherte Salzgitter und Thyssenkrupp Kursgewinne von 5,7 beziehungsweise 3,6 Prozent. Damit setzten die Aktien ihre Ende März begonnene Erholungsrally fort. Ansonsten bewegten Analystenaussagen.

Analystenstimmen treiben Conti und Eckert & Ziegler an

Bei Continental sorgte eine Hochstufung für Kursgewinne von 1,9 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays setzt in der europäischen Automobilbranche im aktuellen Umfeld stärker auf Defensivqualitäten und Preismacht. Eckert & Ziegler erholten sich um 5,4 Prozent, nachdem das Bankhaus Metzler die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hatte. Der Hersteller radioaktiver Komponenten für Industrie und Medizin verzeichne ein solides Wachstum in einem gut abgeschirmten Geschäftsfeld, lobte Alexander Neuberger. Trotz Rekordmargen seien die Papiere deutlich günstiger bewertet als die der Konkurrenz.

Die Aktien von Nordex sanken indes nach dem Rekordhoch der vergangenen Woche um 0,4 Prozent. Das Analysehaus MWB Research attestierte dem Windturbinenhersteller zwar trotz eines Rückgangs einen soliden Auftragseingang für das erste Quartal. Doch angesichts der jüngsten Kursrally werde er nun vorsichtiger, begründete Experte Leon Mühlenbruch seine Abstufung.

Für Aixtron ging es um weitere 3,8 Prozent bergab, nachdem die Investmentbank Oddo BHF zwar das Kursziel angehoben, aber ihre positive Anlageempfehlung gestrichen hatte. Inzwischen sei bereits ein sehr guter Geschäftsverlauf bis 2027 eingepreist, schrieb Martin Marandon-Carlhian.

Gold und Euro fester

Der Kurs des Euro knüpfte an die Gewinne des Vortags an. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1810 US-Dollar und damit auf dem Niveau von Ende Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1793 (Montag: 1,1684) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8480 (0,8558) Euro.

Der Euro profitierte von der allgemein guten Stimmung an den Börsen. Die USA und der Iran erwägen im Nahost-Krieg eine weitere Gesprächsrunde, nachdem eine erste am Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen war. Ein Friedensabkommen würde die Straße von Hormus öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen Schifffahrtsweg. Dann könnten auch die Energiepreise wieder deutlich sinken und so die Furcht vor insgesamt steigenden Preisen lindern.

Weiter bergauf ging es auch für den Goldpreis. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der Kurs je Feinunze (31,1 Gramm) 0,81 Prozent höher bei 4.796 US-Dollar. In Euro gerechnet ging es um 0,5 Prozent nach oben. Zur Ankündigung der Waffenruhe vorige Woche war Gold zeitweise bis über 4.800 Dollar angesprungen. Diese Marke visiert der Preis nun an. Noch bis Mitte März war der Preis wegen des Iran-Konflikts zusammen mit den Börsen abgesackt, obwohl Gold als Krisenwährung gilt.

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(mit Material von dpa-AFX)

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