14. Apr (Reuters) - Bei russischen Drohnenangriffen in der südwestukrainischen Region Odessa sind Behördenangaben zufolge zwei ausländische Frachtschiffe getroffen worden. Im Donau-Hafen der Stadt Ismajil sei ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt worden, teilte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Hafenanlagen getroffen worden. "Der Feind zielt erneut bewusst auf kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa", schrieb Kuleba. Ein weiterer Frachter unter liberianischer Flagge wurde auf dem Weg in den Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk zur Ladung von Getreide von einer Drohne getroffen, wie die Behörden erklärten. Ein Feuer sei ausgebrochen, das die Besatzung aber rasch gelöscht habe. Das Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können. Russland greift immer wieder für die ukrainische Wirtschaft wichtige Exportrouten und Infrastruktur an.
In der Umgebung von Ismajil wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Kiper, zudem eine Autowerkstatt, mehrere Fahrzeuge und sechs Wohnhäuser beschädigt. Ein 51-jähriger Mann sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe seit Montagabend mit vier Raketen und 129 Drohnen angegriffen. Davon habe die Luftabwehr eine Rakete und 114 Drohnen abgefangen. Der Hafen Ismajil am Unterlauf der Donau nahe der Mündung ist für die Ukraine eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat.
(Bericht von Anna Pruchnicka, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



