BaFin: Markt für Cyberversicherungen wächst langsamer
München, 15. Apr (Reuters) - Das Geschäft mit Cyber-Versicherungen wächst bei den deutschen Anbietern nicht mehr so rasant wie zu Beginn des Jahrzehnts. Das von den Versicherern selbst abgeschlossene Geschäft stieg nach einer Erhebung der Finanzaufsicht BaFin im Jahr 2024 noch um 13 (2023: zehn) Prozent, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Die Bruttobeiträge lagen bei 807 Millionen Euro, einschließlich Cyber-Zusatzversicherungen in anderen Verträgen waren es 932 Millionen. 2021 und 2022 hatten die Wachstumsraten bei 66 und 56 Prozent gelegen. In dem von Rückversicherern übernommenen Geschäft sanken die Bruttobeiträge sogar um 26 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Die Gründe dafür sieht die BaFin zum einen in einer Sättigung des Marktes, zum anderen in Preisrückgängen, weil die Rückversicherer bereit sind, mehr Geschäft zu zeichnen.
Die BaFin befragte dafür 179 Erst- und 28 Rückversicherer sowie 15 Niederlassungen ausländischer Versicherer. 66 Erst- und 25 Rückversicherer davon bieten Cyber-Policen an. Sie galten vor einigen Jahren als großer Hoffnungsträger, die Euphorie ist aber zuletzt gewichen. Die Behörde hat die Cyberversicherung besonders im Blick, weil große Hackerangriffe oder Internet-Ausfälle Kumulschäden verursachen können, die einzelne Anbieter überfordern könnten. Weil die Sparte noch jung ist, haben viele Versicherer zudem wenig Erfahrung mit den Risiken, die in dem Geschäft stecken.
Viele Versicherer meiden Cyber-Abschlüsse mit großen Unternehmen oder teilen sich die Risiken mit Konkurrenten, weil die Schäden dort immens sein können und ein einzelner Vorfall weltweit weitreichende Schäden verursachen kann. Das zeigt sich auch in der BaFin-Erhebung: Kleine und mittelständische Firmen hatten an den Bruttobeiträgen 2024 einen Anteil von 25 Prozent, vier Jahre vorher waren es erst 15 Prozent. Der Anteil der Industrie sank dagegen auf 75 von 85 Prozent. Im deutschen Markt sei dieser Trend noch stärker gewesen, berichtete die BaFin.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


