"Bild"-Chefin: Schreiben schwarze Zahlen trotz Print-Rückgang - digital im Plus

Reuters · Uhr
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Berlin, 15. ⁠Apr (Reuters) - Das Axel-Springer-Flaggschiff "Bild"-Zeitung steigert seine digitalen Umsätze, hat aber sein ursprüngliches Ziel für Digital-Abos bisher verfehlt. "Wir sind nach wie vor auf dem Weg zu einer Million", sagte die Chefin der "Bild"-Gruppe, Carolin Hulshoff Pol, am Mittwoch in Berlin. Zuletzt ‌habe man rund 814.000 Abos gehabt. Man hätte das Wachstum "rabiater" gestalten können, setze aber mehr auf Wirtschaftlichkeit, betonte die Managerin. Die Umsätze im ⁠Digital-Geschäft seien ⁠2025 um 15 Prozent gestiegen, sagte Hulshoff Pol, ohne konkret zu werden. Anders als der Gesamtmarkt wachse die "Bild"-Gruppe. Denn das Umsatzplus digital sei stärker als das Minus im Print-Geschäft, das sich besser halte als erwartet. Zudem mache man Gewinn. "Wir betreiben kein Geschäft, das nicht schwarze Zahlen hat."

Im Zuge ‌der Medienkrise und des strukturellen Rückgangs im ‌klassischen Print-Geschäft bastelt die "Bild"-Gruppe an neuen Geschäftsfeldern, um sich breiter aufzustellen. Bei den digitalen Erlösen habe man derzeit einen guten Mix, sagte Hulshoff Pol. Hier gibt es ⁠etwa den "Bild"-Kaufberater, wo Konzern-Fachleute im eigenen Labor alles Mögliche unabhängig testen - vom ‌Smartphone bis zum Kühlschrank. Im ersten ⁠Jahr habe es 150 Millionen Visits von Nutzern gegeben, die mit ihren Käufen für 120 Millionen Euro Bruttoumsatz gesorgt hätten. Hier sei "Bild" an den Erlösen beteiligt und habe damit "einen relevanten Millionen-Betrag" eingenommen.

Problematisch sei ‌für die Branche, dass viele Werbegelder ⁠zu den großen Internetplattformen wanderten, sagte ⁠Hulshoff Pol. Hier könne sich "Bild" allerdings etwas abkoppeln. Denn die Reichweite habe sich im ersten Quartal auf fast 640 Millionen Visits pro Monat erhöht. "Damit sind wir digital das sichtbarste Medienangebot in Deutschland." Wichtiger sei aber der sogenannte "direct traffic" - "80 Prozent der Menschen wollen ganz bewusst zu uns". Das mache Bild in Bezug auf die Plattformen hier autonomer, sagte die Managerin. "Wir sind nicht abhängig von geliehener Reichweite, die uns plötzlich jemand ⁠abdrehen könnte."

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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