Banken und Behörden prüfen Cyberrisiken durch neue KI

Reuters · Uhr
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Frankfurt, 16. ⁠Apr (Reuters) - Die wachsende Gefahr einer Flut von Hackerangriffen durch eine neue KI-Generation ruft den deutschen Bankenverband und die Behörden auf den Plan. "Wir tauschen uns mit unseren Mitgliedsinstituten sowie ‌dem Bundesfinanzministerium, der BaFin und der Bundesbank über 'Mythos', das neue KI-Modell von Anthropic, aus", sagte Kolja Gabriel, der ⁠Technologiechef des ⁠deutschen Bankenverbandes, am Donnerstag. Die Weiterentwicklung des Sprachmodells "Claude" zeichnet sich durch verbesserte Fähigkeiten zum Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Computerprogrammen aus. Anthropic verzichtet daher vorerst auf die Veröffentlichung von "Mythos". Stattdessen sollen ausgewählte Nutzer vorab ‌die Gelegenheit erhalten, ihre Produkte auf ‌Sicherheitslücken zu prüfen.

"'Mythos' wird von IT-Sicherheitsfirmen kontrolliert eingesetzt, um mögliche Schwachstellen schnellstmöglich zu schließen", erläuterte Gabriel. "Wir erwarten zeitnah eine Reihe ⁠von Software-Updates und verfolgen die Entwicklungen mit hoher Aufmerksamkeit." Die ‌Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beschäftigt ⁠sich nach eigenen Aussagen intensiv mit diesem Thema. Sie stehe auch mit ausländischen Behörden und Branchenvertretern in Kontakt.

Die neue Anthropic-KI hat Cybersicherheitsexperten weltweit alarmiert. Sie ‌ermöglicht es Laien, komplexe ⁠Hackerangriffe zu starten. Bei ersten ⁠Tests hatte "Mythos" Sicherheitslücken entdeckt, die trotz zahlreicher Prüfungen durch Menschen jahrelang unerkannt geblieben waren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will Insidern zufolge mit führenden Bankenmanagern über mögliche Konsequenzen aus dieser Entwicklung beraten. Auch die Aufsichtsbehörden der USA, Kanadas und Großbritanniens diskutieren Lösungsansätze mit den dortigen Finanzinstituten.

(Bericht von Tom Sims, geschrieben von Hakan Ersen, redigiert von ⁠Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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