Aktien, Anleihen, Gold, Bitcoin: Alles steigt nach Hormus-Deal

Die vorläufige Öffnung der Straße von Hormus hat den Dax am Freitagnachmittag nach oben getrieben. Nach einem Kursanstieg von bis zu 2,6 Prozent schloss der schon zuvor freundliche deutsche Leitindex 2,3 Prozent im Plus mit 24.702 Punkten. Damit baute er seinen Wochengewinn auf 3,8 Prozent aus - es war der dritte in Folge.
Die Kursverluste seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat das Börsenbarometer inzwischen fast wieder wettgemacht. Für den MDax mit den mittelgroßen Werten ging es am Freitag letztlich um 3,3 Prozent auf 31.952 Punkte hoch.
Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus "wird für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet", teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Aussagen. Dadurch wurden die jüngsten Konjunktur- und Inflationssorgen stark gedämpft.
Dass Trump dennoch an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel festhalten will, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen sind, ließ die Märkte kalt. Auch die Aktienkurse in Europa und den USA reagierten euphorisch auf diese Nachricht. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx verabschiedete sich gut zwei Prozent höher ins Wochenende.
Preise für Öl und Gas fallen stark
Mit die stärkste Marktreaktion zeigte sich indes nicht am Aktienmarkt, sondern bei den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni kostete zuletzt 88,81 US-Dollar und damit mehr als zehn Prozent weniger als am Vortag. Einen ähnlich starken Einbruch gab es auch beim Preis für Rohöl aus den USA. Hier fiel die Notierung für Öl der Sorte WTI um mehr als elf Prozent auf 83,81 Dollar je Barrel.
Auch der Preis für europäisches Erdgas geriet deutlich unter Druck. An der Börse in Amsterdam gab die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um mehr als neun Prozent auf 38,54 Euro je Megawattstunde (MWh) nach.
Kurse von Staatsleihen steigen - Gold wird teurer
Mit dem Rückgang der Preise für Öl und Gas haben auch die Inflationserwartungen einen Dämpfer bekommen. Die Folge sind steigende Kurse am Anleihemarkt und und spiegelbildlich dazu fallende Renditen. Die Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel unter die Marke von 3,0 Prozent. Sie fiel im Tagesverlauf um zehn Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) auf bis zu 2,95 Prozent. Auch in den übrigen Ländern der Eurozone gingen die Renditen mehr oder weniger deutlich zurück.
Mit den gedämpften Inflationssorgen ging es für die Preise für Edelmetallen nach oben. Weil Edelmetalle keine Zinsen abwerfen, verstärkt ein Rückgang der Renditen für Staatsanleihen die Nachfrage nach Gold oder Silber. An der Metallbörse in London wurde ein Feinunze (etwa 31,1 Gramm) am Nachmittag bei bis zu 4.887 Dollar gehandelt und damit fast 100 Dollar höher als am Vortag. Der Preis für Silber stieg um etwa fünf Prozent auf mehr als 82 Dollar je Unze.
Neben den Edelmetallen profitierte auch der Bitcoin von den gedämpften Inflationserwartungen. Die älteste und bekannteste Kryptowährung kostete auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise 78.168 Dollar und damit erstmals seit Anfang Februar wieder mehr als 78.000 Dollar./jkr/stw
(mit Material von dpa-AFX)
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