Gerresheimer weist Übernahmeinteresse von Silgan zurück

Der angeschlagene Verpackungskonzern Gerresheimer hat den Übernahme-Vorstoß des US-Rivalen Silgan Insidern zufolge zurückgewiesen. Drei mit der Situation vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe keine Gespräche zwischen den beiden Unternehmen mehr. Ein Insider sagte, Gerresheimer wolle sich vorerst auf die Lösung seiner Bilanzierungsprobleme und den Verkauf der US-Tochter Centor konzentrieren. Reuters hatte im März von Insidern erfahren, dass Silgan mit einer unverbindlichen Offerte über 41 Euro je Aktie an Gerresheimer herangetreten war, mehr als doppelt so viel wie der Börsenkurs. Das hatte die Gerresheimer-Aktie um 15 Prozent nach oben getrieben.
Eine Gerresheimer-Sprecherin sagte, das Unternehmen nehme zu Marktgerüchten keine Stellung. Silgan antwortete nicht auf eine Anfrage von Reuters. Bereits im vergangenen Jahr hatte Gerresheimer mit Finanzinvestoren über einen möglichen Verkauf gesprochen. Diese wurden jedoch ohne eine Einigung beendet.
Die Gerresheimer-Aktie ist seit Monaten unter Druck, weil das Unternehmen mit Problemen in der Rechnungslegung kämpft. Die Finanzaufsicht BaFin hatte im Herbst Gerresheimer Fehler in den Bilanzen für 2023/24 vorgeworfen, die sich auch auf das Geschäftsjahr 2024/25 auswirken. Die Bilanzprüfer stören sich vor allem am Umgang mit sogenannten "Bill-and-hold"-Verträgen, bei denen Umsätze und die damit verbundenen Gewinne noch vor Auslieferung der Waren verbucht werden. Inzwischen geht es auch um mutmaßlich unterlassene Abschreibungen auf den Wert der Schweizer Tochter Sensile Medical. Das verzögert die Aufstellung des Abschlusses für 2025, voraussichtlich bis Juni.
Anfang der Woche hatte Gerresheimer von seinen Banken und Gläubigern eine Schonfrist bekommen. Der angelaufene Verkauf der renditestarken Medikamenten-Verpackungs-Tochter Centor soll noch in diesem Jahr Geld in die Kasse spülen.



