Papierhersteller widersprechen Reiche - Profitieren nicht von Industriestrompreis
Berlin, 17. Apr (Reuters) - Die Papierindustrie hat Äußerungen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zurückgewiesen, wonach Hersteller der Branche vom vergünstigten Industriestrompreis profitieren. Zwar bringe dieser für viele Unternehmen wichtige Entlastungen, erklärte der Branchenverband Die Papierindustrie am Freitag. "Für die Unternehmen der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie entfaltet dieses Instrument jedoch nach aktueller Ausgestaltung keine relevante Entlastungswirkung."
Die deutschen Strompreise sind im weltweiten Vergleich hoch und werden von der gesamten Industrie immer wieder als Standortnachteil beklagt. Die Politik versucht deswegen, die Kosten für Industriebetriebe zu senken. Dafür gibt es etwa die Strompreiskompensation, von der auch Papierhersteller profitieren.
Ein zweites Instrument ist der Industriestrompreis. Energieintensive Firmen können damit bis einschließlich 2028 mit Einsparungen rechnen. Dafür hatte die EU-Kommission am Donnerstag deutsche Beihilfen im Milliardenvolumen genehmigt. Der Strompreis für betroffene Unternehmen soll auf fünf Cent pro Kilowattstunde begrenzt werden.
Reiche hatte in diesem Zusammenhang vorgerechnet, ein Hersteller von Küchenrollen und Papiertaschentüchern mit einem Stromverbrauch von 400 Gigawattstunden im Jahr könne mit einem Entlastungsbeitrag von 8,2 Millionen Euro rechnen. Dies wies der Branchenverband nun zurück.
(Bericht von Thomas Seythal, redigiert von Kerstin Dörr)



