Dollar steigt, Bitcoin verliert

So ist die Reaktion auf die neue Nahost-Eskalation

onvista · Uhr

Georg Buschmann

Redaktionsleiter
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Ein Bitcoin neben Dollar-Noten.
Quelle: Adobe.com/MaxFrost

So schnell kann es gehen: Am Freitagnachmittag noch hatte das iranische Außenministerium verkündet, dass der Wasserweg Straße von Hormus "komplett geöffnet" sei. US-Präsident Donald Trump frohlockte gar, der Iran habe zugestimmt, die Straße von Hormus "nie mehr" zu schließen. "Sie wird nicht länger als Waffe gegen die Welt eingesetzt", so Trump auf seiner Kurznachrichten-Plattform Truth Social.

An den Börsen löste die Nachricht stattliche Kursanstiege aus. Die US-Aktienindizes erreichten Ende vergangener Woche neue Rekorde. Der Dax verzeichnete am Freitag einen Tagesgewinn von 2,3 Prozent. Auch die Kurse von Anleihen, Bitcoin oder Gold stiegen teils deutlich an.

Erholungsrally wird rückabgewickelt

Doch Trumps Aussage war nach weniger als 24 Stunden schon wieder obsolet. Denn der Iran schloss die Straße von Hormus erneut, weil die Vereinigten Staaten ihre Seeblockade gegen den Iran aufrecht erhalten hatten. Am Sonntagabend dann die nächste Eskalation: Die USA haben im Golf von Oman einen iranischen Frachter beschossen und beschlagnahmt. Die Hoffnung auf einen stabilen Frieden im Nahen Osten ist damit erst einmal wieder dahin.

Am Montag zeigt sich das auch an den Kapitalmärkten. Der deutsche Leitindex ist bisher so weit im Minus, dass die Gewinne vom Freitag weitgehend passé sind (siehe Grafik oben). Der Goldpreis fiel am Montag in der Spitze sogar leicht unter das Niveau zurück, das er vor Verkündung des Hormus-Deals am Freitag erreicht hatte.

Am stärksten waren die Ausschläge in beide Richtungen aber bei der Kryptowährung Bitcoin. Der Kurs war Freitagnachmittag um fast vier Prozent auf mehr als 78.000 Dollar gestiegen; 3,6 Prozent über das Ausgangsniveau unmittelbar vor Verkündigung der "freien" Straße von Hormus.

Gestern jedoch – Bitcoin wird auch am Wochenende gehandelt – notierte er kurz unterhalb der 74.000-Dollar-Marke und damit 2,5 unter dem Stand von vor Freitagnachmittag.

Anleihen halten Gewinne – Dollar legt zu 

Die Erholungsgewinne vom Freitag zumindest teilweise gehalten haben dagegen Bundesanleihen. Der maßgebliche Terminkontrakt Bund-Future, der die Wertentwicklung einer zehnjährigen Bundesanleihe abbildet, notiert im Vormittagshandel am Montag noch 0,2 Prozent oberhalb des Stands vom frühen Freitagnachmittag.

Großer "Gewinner" der jüngsten Eskalation ist die US-Währung. Der Dollar hatte am Freitag klar gegenüber dem Euro verloren und nur noch 84,5 Eurocent gekostet. Schon am späteren Freitag hatte aber eine Gegenbewegung eingesetzt, die den Kurs am Montag bis auf 85,3 Eurocent hievte.

Der Dollar als Weltleitwährung hatte sich bereits unmittelbar nach Ausbruch des Krieges Ende Februar stark gezeigt. Nun also ist das Momentum für diesen Sicherheits-Trade zurück. Fürs Erste jedenfalls.

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