Dax rutscht in die Verlustzone - Allianz trotzt trüber Stimmung

Der Dax hat am Dienstag einen moderaten Verlust verbucht. Nachdem der Leitindex im Handelsverlauf bis auf 24.600 Punkte geklettert war, gab er seine Gewinne Stück für Stück ab. Dabei belasteten sowohl wieder steigende Ölpreise als auch eine trübe Stimmung an der Wall Street. Händler verwiesen auf eine zunehmende Nervosität der Anleger vor möglichen weiteren Verhandlungen zwischen den USA und Iran angesichts der bald auslaufenden Waffenruhe.
Der Dax schloss so 0,60 Prozent tiefer bei 24.270 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor letztlich 0,50 Prozent auf 31.347,93 Zähler. Für den Euro Stoxx 50 ging es um 0,88 Prozent nach unten.
Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht US-Präsident Donald Trump sein Land in einer starken Verhandlungsposition. Das Land habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, sagte Trump dem Sender CNBC. Er rechne mit einem "großartigen Deal". "Ich denke, sie haben keine andere Wahl", sagte er. In dem Gespräch bekräftigte Trump, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werden, wenn es ein "finales Abkommen" gebe.
Allianz stark, Beiersdorf nach Zahlen mit Verlust
Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät bei den Papieren der Allianz zum Kauf bei einem von 410 auf 450 Euro angehobenen Kursziel. Analyst Andrew Baker betonte die robuste Gewinnentwicklung des Versicherers. Die Allianz-Aktien legten um 1,4 Prozent zu in Richtung ihres Rekordhochs aus dem Jahr 2000 und zählten am Dienstag zu den stärksten Dax-Werten.
Die Anteile von Beiersdorf fielen dagegen nach Umsatzzahlen um 3,5 Prozent. Der Konsumgüterkonzern habe die bereits gedämpften Erwartungen verfehlt, hieß es von der kanadischen Bank RBC mit Verweis auf das überraschend schwache Wachstum der Marke Nivea.
Die Papiere von Sartorius und Merck KGaA reagierten positiv auf die Quartalszahlen des US-amerikanischen Life-Science- und Diagnostikkonzerns Danaher. Sartorius kletterten auf den höchsten Stand seit Ende Januar und gewannen rund zwei Prozent, während die Merck-Aktie praktisch unverändert aus dem Handel ging.
Redcare Pharmacy verteuerten sich um vier Prozent. Im Handel wurde zur Begründung für die Kursgewinne auf die Diskussion über höhere Zuzahlungen von Patienten als Teil einer deutschen Kassenreform hingewiesen. Sollte diese politisch umgesetzt werden, dürften Patienten verstärkt auf preisgünstigere Alternativen zur klassischen Apotheke setzen, hieß es.
Gold fällt zusammen mit den Börsen
Der Euro büßte einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ein. Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA hielten sich die Bewegungen aber in Grenzen. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,1769 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1767 (Montag: 1,1760) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8498 (0,8503) Euro.
Weiterhin marktbewegender Einfluss gehe von den geopolitischen Entwicklungen rund um den Persischen Golf aus, schrieben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten ist derzeit ungewiss.
Der Goldpreis verlor ebenfalls. Nachdem er an den Vortagen noch die Marke von 4.900 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) anvisiert hatte, rutschte er am Dienstag um deutliche 1,71 Prozent auf 4.738 Dollar ab. In Euro gerechnet verlor Gold 1,51 Prozent. Damit geht der jüngste Trend bei Gold weiter. Das Edelmetall entwickelt sich seit den Kursturbulenzen im Januar parallel zu den Börsen, obwohl Gold als Krisenwährung und Inflationsschutz gilt und damit von den Spannungen im Nahen Osten eigentlich profitieren sollte.
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(mit Material von dpa-AFX)


