Langjähriger Chef geht

Sieben Grafiken: So entwickelte sich Apple unter Tim Cook

onvista · Uhr

Nach 15 Jahren an der Spitze hört Apples Chef Tim Cook auf. Unter Cook avancierte der Tech-Konzern zum lange Zeit wertvollsten Börsenunternehmen der Welt. In sieben Grafiken zeigen wir dir, wie Cook den Konzern geprägt hat.

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Kunden in einem Ladengeschäft von Apple.
Quelle: Adobe.com/saiko3p

Beim iPhone-Hersteller Apple neigt sich eine Ära dem Ende zu. In der Nacht zu Dienstag erklärte CEO Tim Cook, seinen Posten Anfang September aufzugeben und in den Aufsichtsrat zu wechseln. Auf ihn soll Apples Hardware-Experte John Ternus folgen.

Vermutlich wird Ternus zu seinem Amtsantritt nicht so kritisch beäugt werden wie einst Cook. Als der Manager im August 2011 auf Firmenmitgründer Steve Jobs folgte, gab es große Zweifel. Cook war zu diesem Zeitpunkt zwar schon mehr als zehn Jahre bei Apple – doch ein charismatischer Visionär wie Jobs sei er nicht, hieß es damals.

„Kommen Sie, niemand kann Steve Jobs ersetzen“, hatte Cook höchstselbst dem Wirtschaftsmagazin „Fortune“ einige Jahre zuvor gesagt. Nun, nach 15 Jahren als Apple-Chef, kann Cook auf eine hervorragende Bilanz zurückblicken. Cook hat als Lenker des lange wertvollsten Konzerns der Welt abgeliefert – und zwar nach so gut wie allen Metriken. Wir zeigen dir hier in sieben Grafiken, wie sich Apple unter Cook geschlagen hat.

Apple schlägt die Indizes mühelos

Der wohl eindeutigste Beweis für Cooks Geschick ist der Aktienkurs. Apple dominierte den Markt in den vergangenen 15 Jahre regelrecht. Wer in Einzelaktien investierte, kam an Apple praktisch nicht vorbei. Sie galt lange sogar als die Aktie schlechthin. Die Rendite bestätigt diese Einschätzung.

Seit Cooks Amtsantritt bis heute hat Apples Kurs um den Faktor 20 zugelegt. Selbst der im gleichen Zeitraum stark gelaufene Nasdaq 100 kommt an diese Performance nicht heran.

Lange Zeit der wertvollste US-Börsenkonzern

Entsprechend stark hat auch Apples Börsenwert zugelegt. Im August 2018 feierte der Konzern einen Meilenstein. Als erstes Börsenunternehmen toppte Apple bei der Marktkapitalisierung die Schwelle von einer Billion US-Dollar.

Mittlerweile ist der Club der Billionen-Konzerne deutlich größer geworden. Gleich zehn Unternehmen, darunter weitere Tech-Größen wie Alphabet und Microsoft, aber auch Vertreter anderer Branchen wie Berkshire Hathaway oder Walmart, sind mehr als 1.000 Milliarden Dollar wert, teilweise schon ein Mehrfaches dessen.

Die Spitzenposition gab Apple indes im vergangenen Jahr ab. Getrieben durch den KI-Hype zog der Chiphersteller Nvidia an Apple vorbei und erreichte zeitweise sogar einen Börsenwert von mehr als fünf Billionen US-Dollar. Diese Marke erreichte Apple bislang nicht.

Aber: In keinem Jahr seit Cooks Antritt fiel Apple aus den Top Drei der größten US-Firmen. Über weite Strecken seiner Ära war Apple unangefochten die Nummer Eins.

Eine Margenmaschine ohnegleichen

Ein gewichtiger Grund dafür: Apple ist einfach eines der effizientesten Unternehmen weltweit, erst recht bei der Größe des Geschäfts. Regelmäßig bleiben mehr als 25 Prozent des Umsatzes als Reingewinn – das schaffen viele Unternehmen nicht einmal vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

Tatsächlich wandelte sich Apple vor allem unter Cook zu einer Cashmaschine. Die durchschnittlichen Nettomargen waren zwar schon unter seinem Vorgänger Jobs ansehnlich. Doch Cook steigerte die Margen nochmals, vor allem in den Jahren seit der Pandemie.

Starke fundamentale Entwicklung

Ebenso erstaunlich ist, wie stark Apple in den vergangenen 15 Jahren wachsen konnte. Zu Beginn von Cooks Ägide brachte der Erfolg des iPhones dem Konzern traumhafte Umsatz- und Gewinnzuwächse. Diese haben sich mit der Zeit etwas „normalisiert“.

Dennoch: Ausgehend vom bereits immensen Umsatz Apples und einem immer umkämpfteren Markt ist es erstaunlich, dass der Konzern in den meisten Jahren immer noch einen drauflegen kann und weitere Abnehmer für seine Produkte und Dienstleistungen findet.

Die Welt kann offenbar nicht genug iPhones haben. Schon 2016 hatte Apple mehr als eine Milliarde iPhones verkauft, so Bloomberg, und seitdem geht es weiter steil nach oben. Der Konzern verkündete im Januar selbst, dass es mittlerweile 2,5 Milliarden aktiv genutzte Apple-Geräte auf dem Planeten gebe.

Cook bereitet Apple auf die Zeit nach dem iPhone vor

Ewig dürfte sich der Konzern nicht von seinem Flaggschiff-Smartphone nähren können. Das weiß auch Tim Cook. Der scheidende Apple-Chef richtete den Konzern deswegen in den vergangenen Jahren sachte auf andere Angebote aus, wie etwa auf Dienstleistungen.

2025 erlöste Apple hier erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Damit tragen die „Services“ bei Apple, zu denen beispielsweise das TV-Angebot gehört, mehr als ein Viertel aller Umsätze bei. Zum Vergleich: Der iPhone-Umsatzanteil gipfelte 2015 bei 66 Prozent, und schrumpfte seitdem auf gut 50 Prozent aller Erlöse zusammen.

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