Dax Tagesrückblick 22.04.2026

Dax gibt leicht nach – Siemens Energy auf Rekordhoch

onvista · Uhr
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Dax als Wort auf Chart
Quelle: Adobe Stock/Mediaparts

Mangels echter Fortschritte im Iran-Krieg haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte vorsichtig agiert. Der Dax bewegte sich im späten Handel leicht abwärts und schloss mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 24.194 Punkten. Der Leitindex hielt sich damit aber noch knapp über der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor am Mittwoch 0,55 Prozent auf 31.176 Zähler.

Dass US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran am Vortag überraschend einseitig für verlängert erklärte, nahmen die Anleger zur Kenntnis. Ein Kurstreiber war es nicht, auch weil die US-Seeblockade iranischer Häfen wohl fortgesetzt wird. Für etwas Belastung sorgte, dass die Ölpreise nach dem deutlichen Anstieg vom Vortag trotz des ausgedehnten Waffenstillstands weiter nach oben kletterten.

"Die Lage wirkt aktuell äußerst paradox", schrieb Analyst Maximilian Wienke von der Handels- und Investmentplattform eToro. Trump verlängere die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit, gleichzeitig bleibe die Straße von Hormus blockiert. Damit bestünden Angebotsengpässe bei Öl, Gas und Dünger fort. "Die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme sind also keineswegs gelöst", so Wienkes Fazit.

Telekom vor möglichem Rekord-Deal

Im Dax stand die Deutsche Telekom im Fokus. Der Konzern erwägt Bloomberg-Kreisen zufolge eine vollständige Kombination mit seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Marktteilnehmer sehen das skeptisch, wie das Minus von 4,8 Prozent zeigt. Damit war die Telekom das Schlusslicht im Dax. Die regulatorischen Hürden für einen möglichen Zusammenschluss seien erheblich, gaben die Analysten von Bernstein Research zu Bedenken. Ohne einen deutlichen Aufschlag auf die Bewertung dürften die Aktionäre von T-Mobile US zudem kaum damit einverstanden sein, hieß es weiter.

Der deutsche Konzern habe über eine Idee diskutiert, bei der eine neue Holdinggesellschaft Gebote für Aktien beider Unternehmen abgeben würde, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein solcher Schritt wäre das größte öffentliche Übernahmegeschäft aller Zeiten, hieß es weiter.

Technologie- und Industriewerte treiben Dax an

Vorne im Dax stieg die Siemens-Energy-Aktie auf ein Rekordhoch und gewann zuletzt 6,8 Prozent. Siemens legte um die 0,02 Prozent zu. Als Treiber erwies sich die jüngste Geschäftsentwicklung des Schweizer Technologiekonzerns ABB, der im ersten Quartal den Umsatz deutlich steigern und beim Auftragseingang spürbar zulegen konnte.

Die Schweizer fuhren im ersten Quartal einen Rekordauftragseingang von 11,3 Milliarden US-Dollar ein. Dieser liegt um 16 Prozent über der durchschnittlichen Erwartung von Analysten. Gleichzeitig hob der Konzern die Ziele für das Wachstum und die Profitabilität an.

Vor allem der starke Auftragseingang von ABB ist laut Analysten zentraler Kurstreiber - die Bestellungen im Segment Rechenzentren waren dreistellig gestiegen. Analyst Phil Buller von JPMorgan sprach von guten Nachrichten für die Investitionsgüterbranche.

Für die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon ging es um 3,5 Prozent hoch. Sie profitierten von einem überraschend guten Ausblick des niederländischen Konkurrenten ASM International.

K+S an der Spitze – Tui verliert

Im MDax geriet Tui nach gesenkter Prognose unter Druck. Die Aktie des Reisekonzerns verlor als einer der schwächsten Index-Wert mehr als zwei Prozent. Die Aussicht auf mehr Gewinn im laufenden Jahr trieb dagegen die Aktie des Düngemittelherstellers K+S mit einem Plus von 8,7 Prozent an die MDax-Spitze.

Der Krieg am Persischen Golf setzt dem Reiseveranstalter Tui spürbar zu. Zwei dort wochenlang festsitzende Kreuzfahrtschiffe sind zwar inzwischen wieder frei, doch gestiegene Kosten und rückläufige Buchungszahlen dämpfen die Aussichten für die wichtige Sommersaison. Tui-Chef Sebastian Ebel strich deshalb am Mittwoch seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zusammen. Eine Umsatzprognose wagt er vorerst gar nicht mehr. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an.

(mit Material von dpa-AFX)

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