
Die fortdauernde Unsicherheit über den Nahost-Konflikt und steigende Energiepreise strapazieren zunehmend die Geduld der Anleger an den europäischen Aktienmärkten. Am Donnerstag stieg der Preis für die Ölsorte Brent über der 100-Dollar-Marke weiter an. Inflations- und Konjunkturrisiken nehmen zu, Aktien werden gemieden.
Der Dax verlor im frühen Handel 0,19 Prozent auf 24.155 Punkte. Dem deutschen Leitindex droht damit der vierte Handelstag in Folge mit Einbußen. Im Blick steht die 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend, die aktuell bei 24.116 Punkten verläuft. Die V-förmige Dax-Erholung habe eine schnelle Einigung im Irankonflikt vorweggenommen, ordnete Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die Kursentwicklung der letzten Wochen ein. Es werde nun immer klarer, dass es diese so nicht geben werde. "Die Anleger müssen erkennen, dass sie kurzfristig vielleicht zu optimistisch gewesen sind."
SAP am Abend
In der hierzulande allmählich Fahrt aufnehmenden Berichtssaison veröffentlicht an diesem Donnerstag Europas größter Softwarehersteller SAP-Quartalszahlen, dies allerdings erst am Abend nach US-Börsenschluss. Anleger sind vorsichtig, SAP-Aktien lagen am Morgen mit einem Minus von fast drei Prozent auf dem letzten Platz im Dax.
Im Blick mit Quartalsbilanzen stehen außerdem der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius sowie der Online-Broker Flatexdegiro aus dem MDax sowie der Bahntechnikkonzern Vossloh und der Auto- und Industriezulieferer Stabilus aus dem SDax.
Sartorius rutschten um 2,5 Prozent ab. Die Zahlen lägen etwas unter den Erwartungen und die Aktien seien zuletzt gut gelaufen, sagte ein Händler. Flatexdegiro gaben um 1,7 Prozent nach. Stabilus waren mit plus 5,4 Prozent besonders auffällig.
RTL Group legten um 1,2 Prozent zu. Anleger freute es, dass der Medienkonzern Sky Deutschland übernehmen darf. (mit Material von dpa-AFX)

