London, 28. Apr (Reuters) - Dank eines starken Handelsgeschäfts hat der britische Ölkonzern BP im ersten Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Das bereinigte Ergebnis schnellte von Januar bis März auf 3,2 Milliarden Dollar nach 1,38 Milliarden im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten lediglich mit 2,67 Milliarden Dollar gerechnet. Die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissprünge am Ölmarkt halfen dem Ölmulti, die Erwartungen deutlich zu übertreffen. An der Börse in London legte die BP-Aktie um 2,5 Prozent zu.
"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte die neue Konzernchefin Meg O'Neill, die erstmals die Geschäftsergebnisse präsentierte. Sie will BP zu einem "einfacheren, stärkeren und wertvolleren Unternehmen" machen. Getragen wurde das Ergebnis vor allem vom Kunden- und Produktgeschäft samt dem Ölhandel, der mit einem Vorsteuergewinn von 3,2 Milliarden Dollar sein bestes Ergebnis seit 2022 erzielte.
Die Ergebnisse in den Bereichen Gas und Ölförderung blieben zwar leicht hinter den Erwartungen zurück. Eine höhere Produktion im Golf von Mexiko und eine starke Leistung des US-Geschäfts glichen jedoch die Auswirkungen von Störungen im Nahen Osten und einen Verkauf in der Nordsee weitgehend aus. Die Raffinerien des Konzerns liefen mit einer Verfügbarkeit von 96,3 Prozent zudem zuverlässig.
Die Nettoverschuldung stieg zum Ende des Quartals auf 25,3 Milliarden Dollar von gut 22 Milliarden im Vorquartal, der operative Cashflow betrug 2,9 Milliarden Dollar. Belastet wurde er durch einen Aufbau des Betriebskapitals von sechs Milliarden Dollar, der laut BP größtenteils auf das gestiegene Preisumfeld zurückzuführen ist.
Der Vorstand bekräftigte zudem, die Raffinerie in Gelsenkirchen zu verkaufen. Mit Abschluss der Transaktion werde das Ziel für strukturelle Kostensenkungen um eine Milliarde Dollar erhöht. Zudem will BP seine Hybridanleihen bis Ende 2027 um rund 4,3 Milliarden Dollar reduzieren. Der Konzern hatte sein Aktienrückkaufprogramm im Februar ausgesetzt, um den Schuldenabbau voranzutreiben.
(Bericht von Stephanie Kelly und Shadia Nasralla; geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Ralf BanserBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
