
Der deutsche Aktienmarkt hat am letzten Tag der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche uneinheitlich tendiert. Im Fokus stehen neben den anhaltend hohen Ölpreisen und den Quartalsbilanzen wichtiger US-Technologiekonzerne auch eine Flut an deutschen Unternehmenszahlen sowie die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstagnachmittag. Der Dax reduzierte seinen klaren Anfangsverlust und notierte zuletzt noch 0,3 Prozent im Minus bei 23.898 Punkten. Damit deutet sich für den Leitindex ein Wochenverlust von rund einem Prozent an.
Quartalszahlen im Fokus
Bei der DHL Group stieg der operative Gewinn (Ebit) im ersten Quartal stärker als erwartet. Die freien Barmittelzuflüsse vor Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen fielen ebenfalls deutlich besser als prognostiziert aus. Derweil sank der Umsatz etwas stärker als geschätzt. Die Jahresziele bestätigte der Logistikkonzern. Für die Aktien ging es zuletzt um 1,2 Prozent aufwärts.
Der Chemiekonzern BASF bekam auch im ersten Quartal den Wettbewerbsdruck zu spüren. Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) ging um knapp sechs Prozent zurück. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um knapp 15 Prozent. Dies hängt mit Dividendenzahlungen von der Beteiligung von Wintershall Dea zusammen. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der Vorstand. Die Aktien fielen um 0,4 Prozent.
Der VW-Konzern geriet im ersten Quartal in einem schwierigen Umfeld und wegen Kosten für die US-Einfuhrzölle bei der Profitabilität weiter unter Druck. Die operative Marge lag bei 3,3 Prozent, rund 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Analysten hatten im Schnitt mit 3,7 Prozent gerechnet. Das operative Ergebnis ging insgesamt um gut 14 Prozent zurück, der Umsatz sank um 2,5 Prozent. Die VW-Vorzugsaktie gewann 0,6 Prozent.
Brenntag mit deutlichem Zuwachs in Richtung Jahreshoch
Eine optimistischere Einschätzung der UBS für Brenntag hat am Donnerstag den Aktien des Chemikalienhändlers mit deutlichem Kursgewinn an die Dax-Spitze verholfen. Zuletzt belief sich das Plus auf 2,9 Prozent auf 61,44 Euro. Damit ist das vor gut einer Woche erreichte Jahreshoch bei 62,36 Euro wieder greifbar.
Mit dem Musterdepot von onvista kannst du deine Börsenstrategie risikolos mit virtuellem Geld testen. Einfach anmelden, Wertpapiere hinzufügen und loslegen.
Die Schweizer Großbank hob das Kursziel für Brenntag von 42 auf 60 Euro an und strich die Verkaufsempfehlung zugunsten eines "Neutral"-Votums. Der Nahost-Krieg habe die Weichen neu gestellt, schrieb Analystin Nicole Manion. Preissprünge bei Energie und Chemieprodukten sorgten für bessere Gewinnaussichten für Brenntag. (mit Material von dpa-AFX)

