Öl-, Gas- und Chemiekonzern

Nahost-Krise drückt OMV-Ergebnis

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: nmann77 - stock.adobe.com

⁠Der eskalierende Nahost-Konflikt hinterlässt tiefe Spuren beim österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV. Während blockierte Seewege und gesunkene Gaspreise das operative Tagesgeschäft im ersten Quartal belasteten, sorgte ein milliardenschwerer Umbau der Chemiesparte unter dem Strich für einen massiven Gewinnsprung, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die OMV-Aktie legte an der Wiener Börse ‌um 1,3 Prozent zu.

Der Konzernumsatz sank um sechs Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (CCS Ebit) fiel um zwölf Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Die Analysten von ⁠der Erste Group ⁠sprachen von einem profitablen Quartal im Rahmen der Schätzungen und hoben den starken operativen Cashflow von 1,6 Milliarden Euro hervor. Der bereinigte Überschuss fiel um 22 Prozent auf 323 Millionen Euro.

Ein Buchgewinn aus der Entkonsolidierung der Tochter Borealis ließ den unbereinigten Nettogewinn jedoch auf 1,49 Milliarden Euro hochschnellen von 143 Millionen im Vorjahr. Grund ist die Gründung von Borouge International, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der staatlichen ‌Adnoc aus Abu Dhabi. Der in Wien ansässige Konzern bündelt ‌die Petrochemietöchter Borealis, Borouge und Nova Chemicals zum weltweit viertgrößten Polyolefin-Produzenten. Ein geplanter Börsengang in Abu Dhabi wurde marktbedingt auf 2027 verschoben.

Produktionsausfälle in Nahost

In der Energiesparte brach das operative Ergebnis um gut ein Fünftel ein. Neben ⁠gesunkenen Gaspreisen drückten Produktionsstillstände im Nahen Osten die weltweite Fördermenge um sieben Prozent. Wegen der Beschränkungen in ‌der Straße von Hormus rechnet OMV auch im ⁠Gesamtjahr mit einer geringeren Produktion von 280.000 bis 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d).

Wie nah die Gefahr ist, zeigte sich Anfang April: Trümmer einer abgewehrten Luftbedrohung beschädigten Borouge-Anlagen im Industriegebiet Ruwais in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Verletzt wurde niemand, die Produktion wurde jedoch ausgesetzt. Im ‌Kraftstoffgeschäft verpuffte zudem der Effekt gestiegener Raffineriemargen, da ⁠gestörte Rohölströme OMV einmalige Absicherungsverluste von rund 100 ⁠Millionen Euro einbrockten.

Als Stütze erwies sich das restliche Chemiegeschäft, dessen bereinigtes Ergebnis sich dank höherer Margen auf 245 Millionen Euro nahezu verdoppelte. Der Umbau erforderte zugleich eine Eigenkapitalzuführung von 1,5 Milliarden Euro an das Joint Venture Borouge International. Dies trieb nicht nur die Gesamtinvestitionen auf 2,4 Milliarden Euro, sondern ließ auch die Nettoverschuldung um 40 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro ansteigen.

Für das laufende Jahr stieg die Prognose für den Brent-Ölpreis massiv von 65 auf 85 bis 95 Dollar je Barrel und für den Gaspreis auf 35 bis 40 Euro je Megawattstunde. OMV unterstellt dabei ein ⁠Ende der Blockaden auf der zentralen Handelsroute noch im ersten Halbjahr.

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