
Nach dem langen Wochenende und dem starken Donnerstag ist der Dax am Montag recht freundlich in den Monat Mai gestartet. Der deutsche Leitindex verbuchte wenige Minuten nach dem Xetra-Auftakt ein Plus von 0,14 Prozent auf 24.328 Punkte.
Am vergangenen Donnerstag hatte der Dax mit einer enormen Trendwende im Tagesverlauf das Chartbild klar aufgehellt. Nach einem Start am Tagestief von 23.715 Punkten hatte er sich um fast zweieinhalb Prozent erholt und am Tageshoch geschlossen.
Für den MDax mit den mittelgroßen Werten ging es am Montag um 0,77 Prozent auf 30.826 Zähler aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte knapp im Minus.
Hinsichtlich des Nahost-Kriegs bleiben Anleger auf der Hut, blicken auf die Ölpreise und hoffen auf eine Öffnung der Straße von Hormus. Die Situation habe sich über das Wochenende nicht wesentlich verbessert, aber auch nicht wesentlich verschlechtert", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Nachrichtenlage bleibe undurchsichtig.
Neue Zölle belasten Deutsche Autobauer
Neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump auf Fahrzeuge aus der EU belasteten im Dax BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen. Trump-Drohungen seien in der Vergangenheit allerdings teilweise Verhandlungsmasse gewesen oder angepasst worden, kommentierte Marktanalyst Jens Klatt vom Broker XTB. Und auch jetzt seien rasche bilaterale Gespräche zwischen den USA und der EU mit deutschen Herstellern sehr wahrscheinlich.
Die Volkswagen-Aktie gab in den ersten Handelsminuten um rund ein Prozent nach. Noch deutlicher büßten die Titel von BMW ein, die rund zwei Prozent an Wert verloren.
Thyssenkrupp erholt sich nach vorbörslichem Rutsch
Die auf Eis gelegte Trennung vom Stahlgeschäft ist bei den Anlegern von Thyssenkrupp am Montag nicht gut angekommen. Die Papiere der Essener rutschten auf der Handelsplattform Tradegate zeitweise um fast 5 Prozent unter ihr Xetra-Niveau vom Donnerstag. Zuletzt lag der Abschlag noch bei 4 Prozent.
In den ersten Handelsminuten auf Xetra erholte sich der Kurs und verbuchte ein Plus von 1,5 Prozent.
Thyssenkrupp hatte die Verkaufsgespräche mit dem indischen Konkurrenten Jindal zunächst abgebrochen. Die Neuaufstellung des Segments solle aus eigener Kraft konsequent vorangetrieben werden, um den Stahlbereich erfolgreich und profitabel aufzustellen, hieß es. Mittelfristig bleibt es aber bei den Verkaufsplänen.
Der Kasus Knaxus sei wohl die Bewertung der Sparte angesichts einer verbesserten Ausgangslage in Europa und den Restrukturierungserfolgen gewesen, kommentierte ein Börsianer. Protektionismus seitens der EU soll der Branche in Europa helfen. Die Analysten von JPMorgan hatten nach Bekanntwerden der Pläne im Vorjahr von einer "Renaissance der Branche" gesprochen.
Die Aktien von Thyssenkrupp hatten kurz vor dem Nahost-Krieg mit 12,475 Euro ein Hoch seit 2018 erreicht. Anschließend verloren sie bis Ende März wieder über 40 Prozent an Wert, konnten sich zuletzt aber wieder merklich stabilisieren.
(Mit Material von dpa-afx)
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