
Der Dax hat die neue Woche mit Verlusten begonnen. Am Montag verlor der Index gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag vor dem 1. Mai 1,2 Prozent auf 23.991 Punkte.
Der MDax der mittelgroßen Börsenunternehmen verabschiedete sich am Montag 0,5 Prozent tiefer mit 30.446 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es letztlich um zwei Prozent bergab. In Zürich stand ebenfalls ein klares Minus zu Buche, während London nur moderat nachgab. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss 0,8 Prozent schwächer, während der technologielastige Nasdaq 100 0,4 Prozent verlor.
"Es bleibt dabei: Die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets. Das Handelsvolumen bleibe derweil eher unterdurchschnittlich, und die ersten Anleger riefen sich zu Beginn des neuen Monats den Börsenspruch "Sell in May" in Erinnerung.
Rheinmetall bester Dax-Wert
Die Aktien von Rheinmetall schlossen den Montag als bester Dax-Wert ab und gewannen 2,4 Prozent. Sie erholten sich damit weiter von ihrem jüngsten Tief seit mehr als einem Jahr. Für Auftrieb sorgten die Empfehlung der spanischen Bank Santander sowie Spekulationen um das US-Engagement in Deutschland.
Medienberichten zufolge soll das US-Verteidigungsministerium im Zuge der geplanten Reduzierung der US-Truppen in Deutschland auch die geplante Stationierung einer Einheit zur Bedienung, Unterhaltung und Wartung von Mittelstreckenraketen zurückgenommen haben.
Vor zwei Jahren hatte der vorige US-Präsident Joe Biden zugesagt, erstmals seit dem Kalten Krieg wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen zur Abschreckung in Deutschland zu stationieren, die bis nach Russland reichen.
Nun könnten Deutschland und Europa stärker auf eigene Lösungen angewiesen sein, was der hiesigen Rüstungsbranche zugute kommen würde. Auch die Aktien von Hensoldt und Renk erreichten Montag moderate beziehungsweise leichte Gewinne.
Logistik-Aktien verlieren wegen Amazon-Meldung
Die Aktien von Logistik-Unternehmen sind dagegen am Montag deutlich unter Druck geraten. Die Ankündigung des US-Onlinehandels- und Technologieriesen Amazon, sein Logistik-Netzwerk für alle Unternehmen zu öffnen, drückte UPS und Fedex in New York zuletzt deutlich ins Minus. Im Dax war die DHL-Aktie mit 7,3 Prozent Minus schlechtester Wert.
Die US-Bank Morgan Stanley bezeichnete die Nachricht als "Wendepunkt" für den nordamerikanischen Güterverkehr, der Paket- und Luftfracht-Unternehmen voraussichtlich am stärksten treffen werde. ASCS sei zwar nicht neu, doch dessen Wachstum sei bisher eher verhalten verlaufen, schrieb Analyst Ravi Shanker.
Er verglich den Schritt mit der Einführung des Cloud-Angebots Amazon Web Services (AWS), bei der Amazon zunächst ein Angebot zur Verbesserung des eigenen Geschäfts entwickelte, dieses dann verkaufte und schließlich zu einem führenden Anbieter geworden sei./gl/he
(mit Material von dpa-AFX)
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