Berlin, 06. Mai (Reuters) - Der Rüstungskonzern Rheinmetall fordert einem Medienbericht zufolge rund zwölf Milliarden Euro vom Bund für die Übernahme des Fregatten-Programms F126. Die Gesamtkosten für die sechs Kriegsschiffe würden damit auf etwa 14 Milliarden Euro steigen, berichtete die Zeitung "Financial Times" (FT) am Mittwoch unter Berufung auf mit den Gesprächen Vertraute. Zwei Milliarden Euro hatte der Bund bereits für den Anlauf des Programms zur Verfügung gestellt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte dies nicht bestätigen. Die Gespräche über die Fregatten und den Wechsel des Generalunternehmers liefen noch.
Ursprünglich sollte die niederländische Damen-Werft die Schiffe bauen. Das Projekt verzögerte sich jedoch auch wegen Finanzierungsschwierigkeiten. Als Generalunternehmer soll nun die im März von Rheinmetall übernommene Werft NVL (Naval Vessels Luerssen) einspringen. Der Bund macht Druck, weil die Marine die Schiffe eigentlich angesichts der russischen Bedrohung noch vor 2030 haben wollte.
Dem FT-Bericht zufolge legte die Marinesparte von Rheinmetall die Konditionen nach einer sechsmonatigen Prüfung des Projekts vor. Die Verzögerungen hatten auch dazu geführt, dass der Bund vier Schiffe vom Typ Meko A-200 von thyssenkrupp marine systems (tkms) kaufen will. Ein erstes soll noch vor 2030 an die Marine übergeben werden. Die Meko sind allerdings kleiner und leisten nicht das, was man sich von der F126 verspricht. Die günstigeren Schiffe für etwa eine Milliarde Euro pro Stück dienen aber auch als Druckmittel bei den Gesprächen mit Rheinmetall.
Das Angebot der Rheinmetall-Marinesparte umfasst dem Bericht zufolge eine Inflationsklausel und eine geplante Auslieferung des ersten Schiffes im Jahr 2032. Dies wäre vier Jahre später als ursprünglich geplant. Ein Sprecher der Rheinmetall-Marinesparte sagte, ein erstes Schiff könne 2032 oder bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen sogar früher ausgeliefert werden.
(Bericht von Markus Wacket, Kirsti Knolle; redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

