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Lufthansa bekräftigt trotz Risiken durch Iran-Krieg Gewinnziel

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: monticello/Shutterstock.com

Die Lufthansa hält trotz der Folgen des Iran-Kriegs für die Luftfahrt an ihrem Ziel von zehn Prozent mehr Betriebsgewinn fest. Steigende Kerosinkosten könnten dank der robusten Nachfrage mit höheren Ticketpreisen ausgeglichen werden, erklärte Finanzchef Till Streichert am Mittwoch. Seit März kann die Airline mehr Flüge nach Asien und Afrika verkaufen, da die Konkurrenz aus den Golf-Staaten den Flugbetrieb wegen Angriffen aus dem Iran einschränken musste.

Die Kerosinversorgung sei trotz der Lieferausfälle aus Nahost bis zum Sommer gesichert. Lufthansa-Chef Carsten ‌Spohr nannte die Krise eine besondere Herausforderung. "Allerdings sind wir resilient aufgestellt, um diese Auswirkungen abzufedern."

Durch die Preisexplosion infolge des Krieges steigt die Kerosinrechnung der Lufthansa-Gruppe in diesem Jahr um 1,7 Milliarden Euro auf insgesamt 8,9 Milliarden Euro. Die Zusatzkosten will Streichert neben höheren Erlösen auch durch Einsparungen ⁠in der Verwaltung weitgehend ausgleichen. ⁠Wie lange die Sonderkonjunktur bei Asien-Flügen anhält, hängt davon ab, wie schnell Emirates oder Etihad Airways ihr Angebot wieder hochfahren und die Kunden sich trauen, über ihre Drehkreuze Dubai oder Doha zu fliegen.

Zuletzt lag das Angebot wieder bei fast 75 Prozent des Vorkriegsniveaus. "Über das zweite Quartal hinaus bleiben wir vorsichtig", sagte Streichert.

In der Branche warnen einige wie der Chef des Internationalen Airline-Verbandes IATA, Willie Walsh, ab Juni könne das Kerosin knapp werden und zu Flugstreichungen führen. Spohr sagte, in Sachen Versorgungssicherheit teile er die Zuversicht der Regierungen in Europa. Durch den Ausfall der Lieferungen aus Nahost fehlten 25 Prozent des ‌Bedarfs.

Die Hälfte der Lücke werde derzeit durch höhere Importe aus den USA und Nigeria, ‌kleine Mengen aus Israel sowie mit etwas mehr Produktion in Europa ausgeglichen. Es gebe neben den staatlichen Notreserven noch kommerzielle Lagerbestände. "Bis Mitte Juli können wir auf jeden Fall fest davon ausgehen, dass die Vorräte und Lieferungen ausreichen", sagte Spohr.

Streikkosten belastet

Der Umsatz markierte mit einem Plus von acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro einen neuen Bestwert für ⁠ein erstes Quartal. Im saisonal schwachen ersten Quartal drückte die Lufthansa den Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 110 Millionen Euro auf 612 Millionen Euro. Das war ‌besser als von Analysten erwartet.

Aber die Lufthansa steht damit schlechter da als ⁠die europäischen Konkurrenten: Air France-KLM konnte dagegen den saisontypischen Verlust im ersten Quartal um 300 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro verringern, wozu die gestiegene Nachfrage nach Fernost-Flügen beitrug. Beim britisch-spanischen Konkurrenten IAG, der am Freitag Zahlen vorlegen soll, wird sogar ein Betriebsgewinn erwartet.

Von den Airlines erwirtschaftete nur die Schweizer Tochter Swiss einen kleinen Gewinn. Die Hauptmarke Lufthansa Airlines, die nach schwachen Zahlen saniert und modernisiert wird, drückte ‌ihren Verlust um fast 20 Prozent auf 443 Millionen Euro. Die Streiks von Cockpit- ⁠und Kabinenbeschäftigten der Lufthansa verursachten 40 Millionen Euro Kosten im ⁠ersten Quartal.

Mit den sechs Tagen Ausstand im April kommen Streichert zufolge 150 Millionen Euro hinzu. Das sei weniger als bei früheren Streiks, sagte Spohr. Es meldeten sich mehr Piloten freiwillig zur Arbeit, andere Airlines der Gruppe könnten einspringen. Wie der Flughafenverband ADV mitteilte, zählten die Airports wegen der Streiks im April fast eine Million Passagiere weniger. Der Iran-Krieg habe fast 400.000 Reisende vom Fliegen abgehalten.

Risiken nehmen zu

Der Konzern hält trotz der wachsenden Gefahr eines Treibstoffmangels an der Prognose fest, den bereinigten Betriebsgewinn deutlich nach knapp zwei Milliarden Euro im Vorjahr zu steigern. Er werde nicht ganz so hoch ausfallen, wie ursprünglich erwartet, aber um rund zehn Prozent steigen, sagte Streichert.

Die Lufthansa geht zwar weiterhin von robuster Nachfrage aus, bremst aber das Angebotswachstum in diesem Jahr auf maximal zwei Prozent statt geplanter vier Prozent. Grund sind auch Flugstreichungen durch die vorzeitige Einstellung der Regionalfluglinie Cityline. Vor ⁠allem unprofitable Kurzstreckenflüge, insgesamt 20.000 im Sommer, fallen weg.

"Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und zeigt sich auch in Krisenzeiten robust", erklärte der MDax-Konzern. Es werde erneut ein starker Reisesommer. Aber "aufgrund der Unsicherheitsfaktoren hat sich das Chancen-Risiko-Profil in Richtung der Risiken verschoben."

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