Rohöl sackt ab

So stark schwankte der Ölpreis seit Kriegsbeginn

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Ein Mann arbeitet an einer Ölbohranlage.
Quelle: Adobe.com/diter

Die Preise für Rohöl sind am Mittwoch eingebrochen. Dahinter steckt ein Medienbericht, demzufolge sich der Iran und die USA einem Friedensabkommen annähern. Der Krieg im Nahen Osten, der mittlerweile seit zehn Wochen läuft, würde damit ein Ende finden. Es fanden allerdings schon seit geraumer Zeit keine großangelegten Kampfhandlungen mehr statt.

Die Ölpreise aber hielten sich bislang deutlich über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel. In der Spitze hatte Brent ein Tageshoch bei 126 Dollar erreicht. Vom jüngsten 52-Wochen-Tief bei 58,72 Dollar aus entspricht das einer Verdopplung.

Ein Barrel (159 Liter) der globalen Benchmark-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag wiederum knapp 104 Dollar. Das waren dennoch rund sechs Prozent weniger als am Vortag. Zum Vergleich: Seit Beginn des Krieges gab es ganze vier Tage, an denen der Ölpreis stärker nachgab. Umgekehrt gab es seit dem 27. Februar sogar neun Tage, an denen die Preise stärker als fünf Prozent stiegen.

Die größten Bewegungen gab es am Ende der ersten Kriegswoche. An gleich zwei Tagen hintereinander stieg der Brent-Preis um acht Prozent. Am 8. April wiederum stürzte der Preis um über 14 Prozent. Am Tag davor hatten sich die beiden Kontrahenten erstmals auf einen Waffenstillstand geeinigt, der sich zwar als brüchig erwies, offiziell aber durchgehend anhielt.

Der nunmehr nahende Deal sieht vor, dass die USA Sanktionen auf den Iran aufheben, der Iran im Gegenzug seine Urananreicherung aussetzt und beide Parteien davon absehen, die Straße von Hormus zu blockieren. Durch den Seeweg werden rund 20 Prozent des globalen Bedarfs an Rohöl und Flüssiggas verschifft.

Extreme Volatilitätssprünge

Dementsprechend stark wirkte sich der Konflikt auf die Versorgung an den globalen Energiemärkten aus und trieb die Ölpreise auf den höchsten Stand seit der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Mit einer solchen Volatilität bei Öl mussten die Märkte also lange nicht mehr klarkommen.

Im Januar und Februar implizierten die täglichen Kursveränderungen eine Jahresvolatilität von etwa 30 bis 32 Prozent. Konkret heißt das, dass die Preise sich bei gleichbleibenden Schwankungen über das ganze Jahr hinweg etwa 30 Prozent in beide Richtungen hätten entwickeln können.

Dieser Wert sprang mit Beginn des Krieges massiv an. Im März schoss die annualisierte Volatilität auf 82 Prozent an, im April lag sie gar bei über 90 Prozent. Voraussichtlich könnte diese Volatilität noch etwas anhalten, zumindest rein rechnerisch, falls die Ölpreise so schnell fallen, wie sie zu Beginn des Konflikts gestiegen sind.

Neben den Spotpreisen sackten auch die Preise an den Terminmärkten ein, wie Daten der Chicagoer Terminbörse CME zeigen. So büßten alle Futures zur Lieferung von US-Rohöl bis einschließlich Oktober 2026 mehr als fünf Prozent ein. Noch notieren aber auch diese Preise vergleichsweise hoch und größtenteils über 70 oder 80 US-Dollar je Barrel. Einzig der Kontrakt zur Lieferung im September 2026 handelt derzeit knapp unter 70 Dollar. Noch im Dezember hatte das US-Öl der Sorte WTI im Tief bei 55 Dollar je Barrel gehandelt, Brent bei rund 58 Dollar.

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