
Nach zwei starken Börsentagen ist dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag die Luft ausgegangen. Auch ein weiter fallender Ölpreis und erneute Rekorde an den US-Börsen konnten den Leitindex Dax nicht befeuern. Der deutsche Leitindex gab am Nachmittag immer mehr nach und schloss 1,02 Prozent niedriger bei 24.664 Punkten. Wie schon am Vortag war die runde Marke von 25.000 Zählern eine zu hohe Hürde.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten sank um 0,69 Prozent auf 31.561 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um knapp ein Prozent nach.
Im Fokus standen nach wie vor zahlreiche Quartalsberichte von Unternehmen, der Ölpreis und die Lage im Iran. Eine Einigung über ein Ende des Kriegs mit dem Land ist nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen möglich. Noch aber sähen die Anleger die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten nicht als Freifahrtschein für den Dax, um wieder die alten Rekordniveaus erreichen zu können, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Das Rekordhoch hatte der Index im Januar bei 25.507 Punkten erreicht.
Rheinmetall nach Zahlen am Dax-Ende
Für die Aktie von Rheinmetall ist es am Donnerstag nach weiteren Details zum ersten Quartal abwärts gegangen. Zeitweise fiel sie um fast vier Prozent und verlor zum Abend 7,5 Prozent. Damit hat der im Dax notierte Rüstungskonzern wieder einen schweren Stand. In der vorherigen Erholung lief sich die Aktie zunächst an der 21-Tage-Chartlinie als Indikator für den kurzfristigen Trend fest. Seit Jahresbeginn steht nach dem Schub in den Vorjahren ein Kursminus von fast zehn Prozent zu Buche.
Analyst Sam Burgess von der US-Investmentbank Goldman Sachs sah durch die endgültige Bilanz die mauen vorläufigen Quartalszahlen bestätigt. Die enttäuschende Umsatzentwicklung hänge allerdings mit zeitlichen Effekten zusammen und sei kein strukturelles Problem. Entsprechend bestätigte Rheinmetall abermals die Jahresziele und deutete ein starkes zweites Quartal an - unter anderem dank des Hochlaufs einer Munitionsfabrik im spanischen Murcia.
Henkel überzeugt mit solidem Jahresstart
Henkel legte hingegen um 5,4 Prozent zu. Der Konsumgüterhersteller bestätigte die Prognose und kam beim organischen Umsatz im ersten Jahresviertel etwas besser voran als gedacht.
Der Konsumgüterkonzern Henkel ist zum Jahresstart operativ etwas stärker gewachsen als von Experten erwartet. "In einem herausfordernden Umfeld haben wir im ersten Quartal ein gutes organisches Umsatzwachstum erzielt", sagte Konzernchef Carsten Knobel am Donnerstag laut Mitteilung. Dazu hätten sowohl die Konsumentensparte rund um Shampoo und Waschmittel als auch das Klebstoffgeschäft mit steigenden Volumina und Preisen beigetragen. Knobel bestätigte daraufhin die Jahresziele.
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(mit Material von dpa-AFX)



