Dax Tagesrückblick 08.05.2026

Dax sackt weiter ab - Ängste vor neuer Eskalation im Iran-Krieg

onvista · Uhr
Artikel teilen:
Das Logo des Dax.
Quelle: Adobe.com/FilipB

Wieder hochgekochte Ängste vor neuen Kämpfen zwischen den USA und dem Iran haben deutsche Aktien am Freitag stark belastet. Der Leitindex Dax schloss deutliche 1,32 Prozent niedriger bei 24.338 Punkten. Schon am Vortag schmolzen die bisherigen Wochengewinne ab. Auf Wochensicht ergibt sich für den Dax ein geringes Plus von 0,19 Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen Werten fiel am Freitag um 1,20 Prozent auf 31.181,06 Zähler.

Zudem entfernte sich der Dax damit weiter von der Marke von 25.000 Zählern, die er am Mittwoch erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar zeitweise klar überschritten hatte. "Der Dax muss den weiter hohen Ölpreisen Tribut zollen, die den Konjunkturerwartungen für die Eurozone und damit auch für Deutschland einen Strich durch die Rechnung machen", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die Probe gestellt: Teheran und die Vereinigten Staaten haben sich trotz einer Waffenruhe gegenseitig angegriffen. Der Iran attackierte US-Militärschiffe in der Meerenge von Hormus mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem Festland an. Unklar blieb, wer zuerst das Feuer eröffnete. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten neue iranische Angriffe. US-Präsident Donald Trump forderte Teheran unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die Feuerpause gelte aber trotz der Angriffe weiter.

Rheinmetall-Aktien schlittern weiter abwärts

In der Berichtssaison ging es nach einigen heißen Tagen am Freitag gemächlicher zu. Quartalszahlen veröffentlichte die Commerzbank, die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit im Fokus steht. Das Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten Anteile gaben dennoch um 3,9 Prozent nach. Die Analysten der kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.

Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones, der IT-Dienstleister Bechtle und der Chemiekonzern Evonik über das abgelaufene Quartal. Bechtle gewannen nur noch 2,1 Prozent nach anfangs stärkerem Zuwachs. Das Analysehaus Jefferies lobte den guten Jahresstart mit starker Nachfrage der öffentlichen Hand in Deutschland. Evonik legten um 1,4 Prozent zu. Krones gaben um rund ein Prozent nach.

Abwärtstrend geht weiter
Minus 7,2 Prozent: Rheinmetall sinkt auf tiefsten Stand seit einem Jahr08.05.2026 · 08:28 Uhr · dpa-AFX
Minus 7,2 Prozent: Rheinmetall sinkt auf tiefsten Stand seit einem Jahr

Rheinmetall verloren nach dem Kursrutsch am Vortag weitere 9,2 Prozent. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzt sich damit fort. Analyst David Perry von JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang Kursrücksetzer stets als Kaufgelegenheit sah, kappte nun sein Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Papiere von "Overweight" auf "Neutral" ab.

Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers Siltronic, die am Freitag rund zwölf Prozent gewannen. Vom KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast verdoppelt.

Euro steigt, Gold stabiler als Börsen

Der Euro stieg zum Wochenausklang. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung legte auf 1,1773 US-Dollar zu. Am Morgen hatte sie noch rund einen halben Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1761 (Donnerstag: 1,1770) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8502 (0,8496) Euro.

Die angespannte Lage im Nahen Osten wirkt sich aktuell nicht sonderlich auf das Geschehen am Devisenmarkt aus. Die Lage hat sich dort zuletzt wieder zugespitzt. Der Anstieg der Ölpreise hielt sich jedoch in Grenzen und der Euro wurde nicht belastet.

Gold hielt sich indes an der Marke von 4.700 US-Dollar und folgte damit nicht den Börsen abwärts. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) stieg um 0,15 Prozent auf 4.711 Dollar. In Euro gerechnet rutschte das Edelmetall jedoch in gleicher Höhe ab. In den vergangenen Wochen reagierte der Goldpreis oft ähnlich wie die Börsen auf geopolitische Einflussfaktoren, obwohl Gold als Krisenwährung gilt. Am Freitag jedoch setzte sich Gold von den schwachen Börsen in Europa ab.

Bleib auf dem Laufenden: Immer freitags um acht Uhr bekommst du von onvista-Redaktionsleiter Georg Buschmann das Börsenthema der Woche direkt ins Postfach, erfährst, welche Aktien die Community besonders interessieren und welche Termine an der Börse in der nächsten Woche wichtig werden

(mit Material von dpa-AFX)

Das könnte dich auch interessieren

Dax Tagesrückblick 12.06.2026
Dax erholt sich kräftig - Hoffnung auf Iran-Abkommen12. Juni · onvista
Das Logo des Dax.
Dax Tagesrückblick 09.08.2026
Dax rutscht zum Handelsschluss ab - Gold ebenfalls mit Verlusten09. Juni · onvista
Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Dax Tagesrückblick 08.06.2026
Dax verringert Verluste - Chip-Werte erholen sich08. Juni · onvista
Dax verringert Verluste - Chip-Werte erholen sich
Dax Tagesrückblick 10.06.2026
Leitindex gibt weiter nach – Gold setzt Talfahrt fort10. Juni · onvista
Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Vorbörse 12.06.2026
Dax dürfte nach abgesagtem Iran-Angriff deutlich steigen12. Juni · onvista
Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Plus-Analysen
Chartzeit Marktbericht 14.06.2026
SpaceX-IPO war ein Belastungsfaktor – der ist nun weggestern, 18:00 Uhr · onvista
Kolumne von Stefan Riße
Denkt ans Ende der Rally, auch wenn sie noch läuft13. Juni · Acatis
Profis geben Tipps
So sicherst du in der KI-Rally geschickt Gewinne10. Juni · onvista