Spezialchemiekonzern

Evonik trotzt Konjunkturkrise – Prognosen übertroffen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: T. Schneider/Shutterstock.com

Die schwächelnde Branchenkonjunktur und die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs lasten auf dem Spezialchemiekonzern Evonik. Die Essener mussten im ersten Quartal bei Umsatz und Gewinn Federn lassen. Doch Analysten hatten einen deutlicheren Rückgang befürchtet - beim operativen Gewinn ‌konnte Evonik die Erwartungen übertreffen. Konzernchef Christian Kullmann bekräftigte seine Jahresprognose.

Evonik fuhr im ersten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 475 (Vorjahr: 560) ⁠Millionen Euro ⁠ein und schnitt damit besser ab als vom Unternehmen selbst erwartet, wie die Essener am Freitag mitteilten. Der Umsatz gab teils bedingt durch ungünstige Wechselkurse um neun Prozent auf 3,43 Milliarden Euro nach. Die Absatzmenge sank dagegen nur um zwei Prozent. Analysten hatten nach einer Vara-Umfrage ‌im Mittel mit einem bereinigten Ebitda von 448 ‌Millionen Euro und einem Umsatz von rund 3,48 Milliarden Euro gerechnet.

"Wirtschaftswachstum fußt auf freiem Warenverkehr", bilanziert Evonik-Chef Kullmann. "Der war durch Protektionismus bereits massiv eingeschränkt", beklagte ⁠er: "Nun kommt im Nahen Osten noch ein Krieg hinzu, der ganze Seewege ‌blockiert." Für das zweite Quartal erwartet ⁠Evonik nun ein bereinigtes Ebitda von wenigstens 550 (Vorjahr: 509) Millionen Euro. Dabei sollen auch besser als erwartete Preise für Methionin helfen, das in der Tiermast zum Einsatz kommt. Trotz der gestiegenen ‌Unsicherheiten bestätigte Evonik die Gewinnprognose für ⁠das Jahr 2026 und erwartet weiter ⁠ein bereinigtes Ebitda zwischen 1,7 und zwei Milliarden Euro.

Die chemische Industrie befindet sich in der Krise. Der Branchenverband VCI hatte erklärt, er rechne für 2026 mit einer stagnierenden Produktion. Evonik hat mit einem Umbau auf die Krise reagiert und drückt auf die Kostenbremse. Im Konzern sollen in diesem Jahr durch Sparprogramme rund 1000 Stellen wegfallen. Evonik beschäftigte Ende März etwa 30.600 Menschen, vor Jahresfrist waren es noch über 31.000 ⁠Menschen.

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