Düsseldorf, 08. Mai (Reuters) - Die IG Metall hofft auf ein baldiges Ende der Spekulationen um die Zukunft des Marineschiffsbauers German Naval Yards Kiel (GNYK), der von den beiden Rüstungsschmieden TKMS und Rheinmetall umworben wird. Die offene Zukunft der Werft verunsichere die Belegschaft, sagte Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Geschäftsstelle Kiel-Neumünster, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Deshalb müsse bald Klarheit geschaffen werden. Sowohl die Thyssenkrupp-Tochter TKMS, mit der sich GNYK das Gelände teilt, als auch der Düsseldorfer Rüstungsriese Rheinmetall haben unverbindliche Offerten für die Werft eingereicht. Die Gewerkschaft habe keine Präferenz für einen der beiden Bieter, da beide unter anderem zu Tarifbindung und Mitbestimmung stünden, sagte Schmoliner.
Rheinmetall prüfe bereits die Bücher der GNYK und könne voraussichtlich bald eine verbindliche Offerte vorlegen, hatte Konzern-Chef Armin Papperger erst am Donnerstag gesagt. Rheinmetall könne mit dem Unternehmen seine Kapazitäten im Marine-Bereich ausbauen. Dort winken allein aus Deutschland riesige Aufträge wie etwa das Fregatten-Programm F126. TKMS hatte bereits ein Gebot für das früher als Howaldtswerke-Deutsche Werft bekannte Unternehmen eingereicht. Der Konzern führe entsprechende Gespräche mit den GNYK-Eignern, sagte ein Sprecher. "Für uns wäre das eine Opportunität, aber kein Muss", hatte TKMS-Chef Oliver Burkhard mit Blick auf die Tochter des französischen Familienkonzerns CMN Naval jüngst gesagt.
(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


