
Neue Kriegssorgen rund um den Iran belasten am Freitag die Börsen. Der Dax sank im frühen Handel um 0,92 Prozent auf 24.436 Punkte und entfernt sich damit von der runden Marke von 25.000 Zählern, die er zur Wochenmitte erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs zeitweise klar überschritten hatte.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten gab am Freitag um 0,51 Prozent auf 31.400 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor knapp in Prozent.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die Probe gestellt: Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber weiter. Die Ölpreise zogen wieder an.
Rheinmetall unter 1.300 Euro Marke
Die Anleger von Rheinmetall müssen sich nach Analystenkritik auf einen schwachen Wochenabschluss einstellen. In den ersten Handelsminuten rutschten die Papiere des Rüstungskonzerns um rund vier Prozent ab – der schwächste Wert seit 13 Monaten.
Besonders schwer wiegt, dass der bisherige Optimist David Perry von JPMorgan zunächst die Segel gestrichen und seine "Outperform"-Empfehlung aufgegeben hat. Bisher hatte er noch in jedem Rückschlag eine Einstiegschance gesehen. Aber auch Adrien Rabier von Bernstein Research stellte die Anleger auf eine "Verlängerung des Bärenszenarios" ein. Eine Trendwende müsse von einem Umsatzschub kommen, aber der verzögere sich.
Während Rabier aber noch grundsätzlich optimistisch bleibt mit einem Kursziel von 2.050 Euro, stutzte Perry sein Ziel auf 1.500 Euro. Beide Experten liegen damit zwar klar über Marktniveau, aber entscheidend ist der Tenor ihrer Analysen.
Perry sieht für Rheinmetall Schwierigkeiten, die eigenen Wachstumsambitionen zu erfüllen - in vier der letzten sechs Monate habe man die Markterwartungen verfehlt. Perry hält also eher sinkende Ergebnisschätzungen für wahrscheinlich als steigende und kappte seine eigenen bis 2030 um bis zu fünf Prozent. Zudem begännen einige Investoren sogar am Produktportfolio von Rheinmetall zu zweifeln. Er teilt diese Sorgen zwar nicht, sie könnten eine Neubewertung der Aktien zunächst aber verhindern.
Suss Microtec habe Höhepunkt erreicht
Nach der Rekordrally von Suss Microtec haben sich am Freitag zwei Analysten von ihren Empfehlungen verabschiedet. Nach bis zu 132 Prozent Kursplus im laufenden Jahr sehen Michael Kuhn von der Deutschen Bank und Malte Schaumann von Warburg Research nicht mehr viel Potenzial. Die Suss-Aktien landeten mit 83,20 Euro knapp unter Vortagestief, gut 8,5 Prozent unter dem am Donnerstag erreichten Rekord.
Kuhn lobte zwar den Bericht für das erste Quartal als hervorragend, mit dem Auftragsrekord als klarem Highlight. Schaumann stellte die Anleger allerdings darauf ein, dass der Auftragseingang im zweiten Quartal wohl seinen Höhepunkt erreicht. Die starke Dynamik hält er ohnehin für eingepreist.
(Mit Material von dpa-afx)
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