Luxuswohnturm bei Stuttgart bleibt Bauruine - Schnelles Ende bei Prozess?

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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STUTTGART (dpa-AFX) - Millioneninsolvenz anstatt Luxuswohnturm: Der Prozess um die Hintergründe der Pleite von Baden-Württembergs höchstem unvollendeten Wohngebäude geht am Freitag (09.15 Uhr) vor dem Stuttgarter Landgericht weiter. Das Verfahren könnte schon beendet werden, bevor es so richtig in Gang kommt, weil die Wirtschaftsstrafkammer gegen die zwei Ex-Investoren und Geschäftsführer des Hochhausprojekts in Fellbach eine Einstellung gegen Geldauflage ins Gespräch brachte.

Nach Angaben eines Sprechers sollen am Freitag einige Vermerke zu den zwischen den Verhandlungstagen geführten Gesprächen bekanntgegeben werden. In die Beweisaufnahme soll hingegen nicht eingetreten werden.

Den beiden Angeklagten, Vater und Sohn, heute 79 und 46 Jahre alt, wird Insolvenzverschleppung und Marktmanipulation zur Last gelegt. Sie müssen sich nach fast zehn Jahren nach der Insolvenz des noch immer nicht fertiggestellten Schwabenlandtowers vor Gericht verantworten. Es hatte zum Auftakt von einer "atypischen Insolvenz" gesprochen.

Der Zeitraum der Insolvenzverschleppung sei gering. Die Angeklagten hätten ihre Zahlungsschwierigkeiten offengelegt und es habe eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Baufirma und Investor bestanden. Zugleich betonte der Richter, die Anklage sei nachvollziehbar. Die Ermittlungen dauerten allein fünf Jahre. Der Richter sprach von "Verzögerungen, die zu einer finanziellen Kompensation führen könnten".

Die Bauruine ist eine sichtbare Landmarke. Der Schwabenlandtower weist eine unrühmliche, jahrelange Geschichte aus Pleiten und Versprechungen auf. 2014 erfolgte der Baustart des damals noch Gewa-Tower genannten Hochhauses mit 66 hochwertigen Wohnungen, Geschäftsräumen und einem Hotel. Nach der Insolvenz der jetzt angeklagten ersten Bauherrn begann die jahrelange Hängepartie.

Der neue Eigentümer verordnete dem Bau ein neues Konzept. Er begann dann zwischenzeitlich damit, die geplanten Luxusappartements in kleinere, preiswertere Mietwohnungen umzuwandeln. Doch seit Jahren ruht nun wieder die Baustelle. Zuletzt gehörte der Rohbau der schwankenden Adler Group . Der Immobilienkonzern reicht ihn nun weiter. Eine Sprecherin sagte, es sei ein Vertrag über den geplanten Verkauf des Projekts Schwabenlandtower geschlossen worden./ols/DP/zb

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