Drei Fragen an Bernecker 08.05.2026

Warum wird Paypal abgestraft? Gibt es eine KI-Blase? Wie steht's um Europa-Aktien?

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Thema: KI
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Quelle: Bernecker

Warum wird PayPal nach den eigentlich doch guten Zahlen so abgestraft?

Paypal ist als führende Technologieplattform mit mehr als sechs Unterabteilungen zu wenig griffig in der Strategie und damit nicht griffig für Perspektiven, die daraus entstehen können. 41 Milliarden US-Dollar Marktwert für rund 33 Mrd. Dollar Umsatz und ein KGV von 9,5 sind extrem preiswert. Das bedeutet, dass entweder Paypal selbst seine Zukunft straffer organisiert oder eine andere Adresse eine Übernahme plant. Darin liegt die Wette.

Mit den genannten Ausgangswerten liegt diese Erwartung bei über 100 Prozent, wenn auch der Zeitpunkt schwer zu definieren ist. Doch an der Wall Street sind solche Ausgangswerte immer der Ansatz für spekulative Erwartungen.

Ist der aktuelle KI-Hype um Micron, Nvidia & Co. eine Blase?

Alle Techs liefern in der laufenden Berichtssaison deutlich bessere Ergebnisse, als von den Analysten und im Markt erwartet worden waren. Daraus entsteht Euphorie. Die Kursgewinne gehen deshalb zu weit und bedürfen einer Korrektur. Doch diese ist technisch bedingt und nicht zwingend ein Dauerrisiko, weil der Gesamtmarkt der Technologie mit dem Rückenwind der sehr guten Entwicklung in den USA selbst längerfristig eine brauchbare Spielwiese abgibt.

Marktwerte von fünf Billionen Dollar für Nvidia sind natürlich fragwürdig, aber: Wie hoch darf die Wachstumsprämie im Kurs reichen? Ergo: In den augenblicklichen Kursen steckt ein technisches Risiko, wie üblich in der Größenordnung von zehn Prozent oder etwas mehr.

Wie sehen sie die Aussichten für europäische Aktien im 2. Halbjahr?

Die Eurobörsen sehen so aus, wie die Vorgaben aus New York kommen - ohne Ausnahme. Allein die Größenordnungen zeigen es. Der S&P 500 hat im Moment einen Marktwert von über 65 Billionen US-Dollar, der Nasdaq kommt auf über 30 Billionen Dollar. Alle größeren EU-Börsen zusammen schaffen noch nicht einmal 10 Billionen Euro.

Sämtliche Ergebnisse der großen Techadressen liefern den Grundtrend, dem einzelne Europäer folgen können. Also: Die Eurobörsen bleiben eine brauchbare Spielwiese für ausgesuchte Investments und durchaus gute Unternehmen, aber mit beschränkter Dynamik.

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