Chinas Automarkt schwächelt im Inland - Exporte boomen
Peking, 11. Mai (Reuters) - Der chinesische Automarkt hat im April den siebten Monat in Folge einen Absatzrückgang im Inland verzeichnet - die Exporte zogen hingegen kräftig an. Die Verkäufe in der Volksrepublik fielen im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 21,6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge, wie der Branchenverband CPCA am Montag mitteilte. Dagegen stiegen die Ausfuhren um 80,2 Prozent. Besonders stark war das Wachstum bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden, deren Exporte sich mehr als verdoppelten. Ein Grund dafür sind die weltweit gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran, welche die Nachfrage nach E-Autos im Ausland beflügeln.
Auf dem heimischen Markt sank der Absatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden, die 60 Prozent der gesamten Verkäufe ausmachen, hingegen um 6,8 Prozent. Die wachsende Kluft zwischen der Schwäche im Inland und der Stärke beim Export zeigt sich etwa beim weltgrößten E-Auto-Bauer BYD. Dessen Absatz sank im April den achten Monat in Folge, obwohl die Ausfuhren brummten. Die US-Investmentbank Morgan Stanley rechnet für das laufende Jahr nun mit einem Rückgang der Inlandsverkäufe in China um elf Prozent, hob jedoch die Prognose für das Exportwachstum von 15 auf 33 Prozent an.
Die chinesischen Autobauer wenden sich zunehmend von günstigen Modellen unter 150.000 Yuan (knapp 19.000 Euro) ab und setzen verstärkt auf größere, gut ausgestattete Fahrzeuge. Dies kommt lokalen Premiummarken wie Nio oder der Geely-Tochter Zeekr zugute. Die schwache Nachfrage nach erschwinglichen Autos bremse jedoch die Erholung der gesamten Branche, sagte CPCA-Generalsekretär Cui Dongshu. Er schlug vor, in China Standards für Kleinstwagen nach dem Vorbild der japanischen "Kei-Cars" einzuführen. Ein solches reguliertes, kostengünstiges Segment könnte die Nachfrage bei älteren Menschen und der Landbevölkerung ankurbeln.
(Bericht von Qiaoyi Li, Zhang Yan und Ju-min Park; geschrieben von Ilona Wissenbach. Redigiert von Hans BusemannBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)



