Internationale Energieagentur

IEA-Chef: Hormus-Krise verändert Energiemärkte dauerhaft

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Ein Tanker vor einer Ölbohrplattform
Quelle: Adobe.com/Photocreo Bednarek

(Reuters) - Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran wird die weltweiten Energiemärkte nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) dauerhaft verändern. "Die globale Energiekarte wird neu gezeichnet", sagte IEA-Chef Fatih Birol am Montag in Wien.

Er ‌sprach erneut von der größten Energiekrise der Geschichte. Die wichtige Schifffahrtsroute im Nahen Osten habe ihren Ruf als verlässlicher Handelsweg unwiederbringlich verloren. "Der ⁠Schaden ist ⁠angerichtet", so Birol. Importeure würden sich nun dauerhaft anderen Lieferanten zuwenden.

Für Europa sei dies nach dem Ukraine-Krieg bereits der zweite große Energieschock. Der Kontinent beziehe seinen Flugtreibstoff beispielsweise zunehmend aus Nigeria. Zudem führe die IEA Gespräche mit Ländern wie Kanada und Brasilien, um ‌Alternativen zu sichern.

Elektroautos dürften profitieren

Langfristig erwartet Birol als Reaktion ‌auf die Krise einen deutlichen Technologieschub. Besonders im Verkehrssektor – der rund die Hälfte des weltweiten Ölverbrauchs ausmacht – dürften sinkende Batteriekosten Elektroautos und künftig auch ⁠Elektro-Lastwagen stark voranbringen. Bei der Stromerzeugung rechnet der IEA-Chef mit einem beschleunigten ‌Ausbau erneuerbarer Energien sowie der ⁠Kernkraft. In Teilen Asiens könnte jedoch Kohle eine Renaissance erleben, um ausbleibende Öl- und Gaslieferungen zu ersetzen.

Birol zog Parallelen zur Ölkrise der 1970er Jahre. Diese habe zu einer Effizienzsteigerung in der ‌Autoindustrie geführt. Ähnliche strategische Antworten ⁠seien nun erforderlich. Eine endgültige Lösung ⁠der aktuellen Krise könne jedoch nicht aus dem Energiesektor kommen, betonte der IEA-Chef.

Sie müsse auf diplomatischem Weg durch eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus erreicht werden. Bis dahin drohten weltweit weiter steigende Ölpreise. Aktuell liege der Preis für Rohöl bei etwa 110 Dollar pro Barrel (159 Liter) und damit fast doppelt so hoch wie vor der Krise, was das globale Wirtschaftswachstum dämpfe.

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